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Konzert / Archiv | Beitrag vom 25.08.2019

BBC Proms mit City of Birmingham SODie Kraft junger Musik

Moderation: Volker Michael

Die Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla (Frans Jansen/DSO Berlin)
Seit drei Jahren Chefdirigentin des CBSO - Mirga Gražinytė-Tyla (Frans Jansen/DSO Berlin)

Mit seiner Chefdirigentin Mirga Gražinytė-Tyla präsentierte das City of Birmingham Symphony Orchestra bei den BBC Proms ein spannendes Programm, Weinbergs 3. Sinfonie und Werke von Howell und Knussen. Sheku Kanneh-Mason spielte Elgars Cellokonzert.

Diese litauische Künstlerin hat die Musikwelt in Europa im Nu erobert: Mirga Gražinytė-Tyla ist ungemein engagiert und energiegeladen. Ihre Konzertprogramme sind fast immer ungewöhnlich und ausgefallen und stets klug durchdacht – nie bietet sie nur Standard an. Ende August 2019 wird sie 33 Jahre alt. Und schon seit Februar 2016 ist sie Chefdirigentin des City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) in der Nachfolge von Andris Nelsons, Sakari Oramo und Simon Rattle.

Hochgelobt, jung und ungewöhnlich

Das Programm des Gastspiels des CBSO am 22. August in der Royal Albert Hall war typisch für die BBC Proms sehr gemischt – Bekanntes und Beliebtes wie Edward Elgars Cellokonzert stand neben der dritten Sinfonie von Mieczysław Weinberg. Dieses Werk aus den 1950er Jahren war das allererste Mal in London zu hören. Außerdem gab es ein kurzes Orchesterwerk des vor einem Jahr gestorbenen englischen Komponisten Oliver Knussen. Interpret des Cellokonzerts von Edward Elgar war der junge hochgelobte britische Cellist Sheku Kanneh-Mason.

Der britische Cellist Sheku Kanneh-Mason steht vor eine Wand, die bedruckt ist mit den Worten "Classic BRIT Awards 2018". (imago stock&people)Der britische Cellist Sheku Kanneh-Mason bei den Classic BRIT Awards 2018. (imago stock&people)

Zu Beginn blickten Chefdirigentin und Orchester genau einhundert Jahre zurück. Und riefen eine Komponistin in Erinnerung, die damals zu den hoffnungsvollen Talenten zählte – Dorothy Howell. Sie wurde in der Nähe von Birmingham geboren und kam schon im Alter von 15 als Studentin an die Royal Academy of Music in London. Sie war vor allem als Pianistin bekannt. 

Jugendwerk wiederentdeckt

Ihr Jugendwerk "Lamia" für großes Orchester machte bei den Proms 1919 Furore und wurde danach oft gespielt. Die antikgriechische Sagenfigur der Lamia, ein Mischwesen aus Schlange und Mensch, ist titelgebend. Man fühlt sich an Paul Dukas' "Zauberlehrling" erinnert oder an die symphonischen Dichtungen von Jean Sibelius bei diesem spätromantischen Stück. Und doch ist es ein ganz eigenartiges Orchesterwerk im besten Sinne des Wortes.

BBC Proms
Royal Albert Hall, London
Aufzeichnung vom 22. August 2019

Dorothy Howell
"Lamia" für Orchester

Edward Elgar
Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85

Oliver Knussen
"Way to Castle Yonder" für Orchester

Mieczysław Weinberg
Sinfonie Nr. 3 h-Moll op. 45

Sheku Kanneh-Mason, Violoncello 
City of Birmingham Symphony Orchestra
Leitung: Mirga Gražinytė-Tyla

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