Bayreuther Festspiele verschieben Gedenk-Veranstaltung

Eigentlich wollten sich die Bayreuther Festspiele in diesem Jahr der antisemitischen Vergangenheit ihres Gründers Richard Wagner stellen. Zum 150. Geburtstag sollte es ein Gedenkkonzert mit dem Dirigenten Christian Thielemann geben und eine Rede des jüdischen Publizisten Michel Friedman. Beides wurde zum Auftakt der Festspiele am 26. Juli geplant, allerdings nie offiziell angekündigt. Jetzt wird die Gedenkveranstaltung abgesagt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Begründet wird das demnach mit Sicherheitsbedenken. Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Friedman, zweifelte diese Argumentation gegenüber der Zeitung an. Nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks ist ein Ersatztermin im August anvisiert. Dem Sender sagte Festspielchefin Katharina Wagner, dass das Gedenkkonzert für sie eine Herzensangelegenheit ist. Auch andere Teile des Programms wurden gestrichen. Die geplante Festmeile wurde abgesagt, ebenso einige Produktionen. Als Grund gab das traditionsreiche Festival gestiegene Kosten an.