Bayreuther Festspiele: Knobloch kritisiert Absage von Friedman-Auftritt

    Michel Friedman am Rednerpult bei einer Demonstration in München
    Michel Friedman © picture alliance / dpa / Felix Hörhager
    Die Absage eines Auftritts des jüdischen Publizisten Michel Friedman bei den Bayreuther Festspielen sorgt weiter für Diskussionen. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Knobloch, nannte die Absage auf jeder Ebene eine Bankrotterklärung. Dass die Festspielleitung ihm an dieser hochsymbolischen Stelle eine Bühne erst anbiete und dann unter fadenscheinigem Vorwand wieder entziehe, sei würdelos. Damit habe die Leitung eine Gelegenheit zur Aufarbeitung ihrer eigenen NS-Vergangenheit verpasst und diese auch für die Zukunft erheblich erschwert. Friedman sollte bei den 150. Bayreuther Festspielen über Antisemitismus, den Komponisten Richard Wagner und den Umgang mit der Nazi-Vergangenheit der Festspiele sprechen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wurde die Veranstaltung mit dem Verweis auf "Sicherheitsbedenken" auf unbestimmte Zeit verschoben. Die künstlerische Leiterin der Festspiele, Katharina Wagner, verteidigte in der Zeitung "Die Welt" das Vorgehen. Sie nannte zwei Gründe für die Absage. Zum einen habe man das Sicherheitskonzept der Stadt Bayreuth abwarten wollen. Zum anderen sei der ursprünglich vorgesehene Veranstaltungsort ausgebaut und nicht rechtzeitig fertig geworden. Inzwischen sei der Termin am 26. Juli nicht mehr haltbar.