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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 27.04.2017

BayernDarf es noch ein Gewerbegebiet mehr sein?

Von Tobias Krone

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Zu sehen ist eine brachliegende Fläche am Rande einer Autobahn in Bayern. (Tobias Krone)
Von wegen idyllische Landschaft: In Bayern soll der Bau von Gewerbegebieten erleichtert werden. (Tobias Krone)

Weite Wiesen, klares Wasser, eine vielfältige Tierwelt: Flächenländer wie Bayern werben mit unberührter Landschaft. Doch die scheint jetzt in Gefahr: Die Landesregierung will den Bau von Gewerbegebieten auf dem Land erleichtern.

Berge, Seen, Wälder – selbst von der Autobahn aus betrachtet, macht Bayerns Landschaft eine sehr gute Figur. Windräder stören hier kaum die Aussicht. Der ungetrübte Blick scheint noch gewährleistet. Noch. Denn jüngst hat das bayerische Kabinett einen Gesetzentwurf verabschiedet, der es einfacher machen soll, Gewerbegebiete in die bayerische Landschaft zu setzen. Umweltschützer, Bauern und Wissenschaftler befürchten eine Zersiedelung.

Bayern verliert sein Gesicht

Ein Beispiel ist der Ort Pilsting. Neben der Autobahnauffahrt, 300 Meter abseits der Häuser, fressen sich schon die Planierraupen ins Moos. 20 Hektar Land, eine Fläche in der Größe von 28 Fußballfeldern, wird hier bald mit einer Tankstelle, einem Motel und diversen Industriebetrieben vollgestellt sein. Nicht, dass es dem Marktflecken im niederbayerischen Isartal gerade wirtschaftlich schlecht ginge. Eher im Gegenteil. Johannes Lichtschläger ist Geschäftsleiter im Rathaus von Pilsting.

"Die Gewerbestruktur in Pilsting ist eigentlich gut, erstens durch die ortsansässigen Betriebe, aber natürlich auch durch die Situation im Landkreis, sprich Thema BMW ist die Gewerbestruktur eigentlich sehr gut. Auf der anderen Seite – durch die starke Wirtschaft ist eine enorme Nachfrage nach Gewerbe- aber auch nach Wohnbaugrundstücken, und die Gemeinde ist halt ständig gefordert, hier nachhaltig Weiterentwicklungen zu betreiben."

Natur verordnet

An anderer Stelle dagegen will die bayerische Staatsregierung die Natur von oben durchsetzen – und einen dritten bayerischen Nationalpark im Spessart. Das gefällt wiederum vielen Bewohnern des Mittelgebirges nicht. Es geht ihrer Meinung nach um ein Existenzrecht: Das historisch verbuchte Recht, Holz zu sammeln. Dieses sehen manche in Gefahr und machen an jeder Ecke mit Transparenten gegen das Nationalparkprojekt mobil. Die Staatsregierung beschwichtigt.

(Online-Bearbeitung: pv)

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(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 17.01.2017)


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