Bayern ändert Umgang mit NS-Raubkunst - Picasso-Restitution angekündigt

    Ein Kunstwerk des Künstlers Hermann Haller ist 2017 in Berlin im Rahmen der Ausstellung "Alfred Flechtheim. Kunsthändler der Moderne" ausgestellt.
    Alfred Flechtheim (jüdischer Kunsthändler und Sammler), hier in einer Büste des Künstlers Hermann Haller dargestellt. Flechtheims Erben bekommen nun eine Picasso-Büste zurück © picture alliance / Sophia Kembowski / dpa / Sophia Kembowski
    Bayern ändert seinen Umgang mit NS-Raubkunst - und reagiert damit auf Vorwürfe wie fehlende Transparenz oder Verschleppung bei der Aufklärung. Kunstminister Blume von der CSU kündigte ein neues wissenschaftliches Zentrum für Provenienzforschung und Restitutionsfragen NS-Raubgut an, das am Institut für Zeitgeschichte in München entstehen soll. Dazu kommt eine unabhängige Kommission. Diese soll unter anderem die strategische Ausrichtung der Forschung sowie Richtlinien entwickeln. Außerdem soll sie priorisieren, welche Kunstwerke wann bearbeitet werden und Empfehlungen zur Restitution von Kunstwerken geben. Eine erste Rückgabe kündigte Blume gleich an: Die Erben des jüdischen Kunsthändlers und Sammlers Alfred Flechtheim sollen die Bronze-Büste "Fernande/Beatrice" von Pablo Picasso zurückerhalten. Der Anwalt der Erben bezeichnete das als "längst überfällige Gerechtigkeit". Er forderte aber die Herausgabe weiterer Werke unter anderem von Paul Klee durch die bayerischen Staatsgemäldesammlungen und andere deutsche Museen.