Bayern ändert Umgang mit NS-Raubkunst - Picasso-Restitution angekündigt

Bayern ändert seinen Umgang mit NS-Raubkunst - und reagiert damit auf Vorwürfe wie fehlende Transparenz oder Verschleppung bei der Aufklärung. Kunstminister Blume von der CSU kündigte ein neues wissenschaftliches Zentrum für Provenienzforschung und Restitutionsfragen NS-Raubgut an, das am Institut für Zeitgeschichte in München entstehen soll. Dazu kommt eine unabhängige Kommission. Diese soll unter anderem die strategische Ausrichtung der Forschung sowie Richtlinien entwickeln. Außerdem soll sie priorisieren, welche Kunstwerke wann bearbeitet werden und Empfehlungen zur Restitution von Kunstwerken geben. Eine erste Rückgabe kündigte Blume gleich an: Die Erben des jüdischen Kunsthändlers und Sammlers Alfred Flechtheim sollen die Bronze-Büste "Fernande/Beatrice" von Pablo Picasso zurückerhalten. Der Anwalt der Erben bezeichnete das als "längst überfällige Gerechtigkeit". Er forderte aber die Herausgabe weiterer Werke unter anderem von Paul Klee durch die bayerischen Staatsgemäldesammlungen und andere deutsche Museen.