Baukastenmusiker
Interessante Musik findet man oft bei kleineren Plattenlabels, die ein feineres Gespür haben und den Musikern mehr Freiraum lassen als die großen Unternehmen. "Hong kong recordings" heißt eines dieser kleinen Labels mit Sitz in Hamburg. Dort ist nun schon die zweite CD von Jakob Grunert erschienen, "Construction Kit", eine sehr entspannte spielerische Mischung von Jazz, HipHop und elektronischer Musik. Eine der kleinen Entdeckungen diesen Jahres.
"Die meisten Sachen entstehen so ganz allein, wenn ich mit Sounds und Harmonien experimentiere, oft auch planlos, wenn ich so autistisch vor mich hinbastle, oder das, was ich gerade höre, mich inspiriert an Musik und dann passiert das einfach so."
Jakob Grunert ist Musiker - und er ist ein Tüftler, ein Laptop-Artist mit Freude an Sounds und Spielereien und, das ist immer auch zu hören, mit Freude an Harmonien. Ein Mann mit einem übervollen Baukasten an Klängen, nicht umsonst heißt seine zweite Platte "Construction Kit".
Jakob Grunert: "Es stimmt so, dass ich mir ein bisschen die Sachen, die ich in einzelnen Platten toll finde, so zusammenbaue, gerade bei diesem Projekt, bei dem Grunertprojekt, was nur ich bin, wo mir niemand reinredet, wo ich nur das mache, was ich machen will."
Gebaut wird in Hamburg St. Pauli, wo der 27-Jährige in einer Wohngemeinschaft lebt, zusammen mit einem Freund und dessen Tochter.
"Ich hab da mehr oder weniger so eine Ecke, ist ein Zimmer, das voll gestellt ist mit Instrumenten, Mikrofonen, Studio in dem Sinn braucht immer weniger."
Er spielt: Klavier, E-Piano, manchmal auch Bass und Gitarre. Und er arbeitet mit befreundeten Musikern zusammen, die ihm weitere Bausteine auf Bestellung liefern können:
"Wo das so auf Zuruf passiert, da kann ich dann zum Beispiel nachts mir irgendwas ausgedacht haben, was einen Bläsersatz braucht, kann ich dann morgens anrufen und das geht dann immer schnell."
Und Jakob Grunert beherrscht die Kunst des Zitats, gekonnt fügt er Samples ein, Versatzstücke, aus den Platten, die sich in seinem Zimmer stapeln: Jazz, Funk, Soul, HipHop.
"Ich find die Kunst des Sampelns total interessant, als Arbeitsweise. Es sind oft nur so komische Geräusche, die ich irgendwo finde. Manchmal ist es ein kleiner Teil, von dem ich den Sound mag, der eine bestimmte Soundstimmung, bestimmter Raum, den das macht, den ich in Kombination mit meinen Sachen benutzen kann."
Wenn man seine Musik hört, fällt es schwer, sich die Person dahinter vorzustellen. Jakob Grunert, geboren 1980 in Berlin, ist groß, kurze blonde Haare, blaue Augen. Offen, freundlich, unkompliziert. Sein Sound klingt auf eine souveräne Art unaufgeregt und trotzdem spannend, vielschichtig, mit Überraschungen und Details, die man immer wieder neu entdecken kann.
"Ich mach mir selten Gedanken, was es sein soll oder in welchem Stil, es passiert einfach so."
Aufgewachsen ist er in Niedersachen, in der Nähe von Uelzen, auf dem Land:
"So wie man das halt gerne gemacht hat, um seine Kinder barfuss und mit selbst angebautem Gemüse groß zu ziehen."
Vier Geschwister hat er, die Mutter Lehrerin, der Vater Jurist, eine musikalische Familie.
"Durch meine Eltern hab ich früh Musikunterricht bekommen, ganz klassisch, Blockflöte, Geige, Bratsche, Klavier. Als ich dann ja so entdeckt hab, dass man auch andere Sachen machen kann, das man auch Jazz auf dem Klavier machen kann, da hab ich auch angefangen zu üben freiwillig und, ja, ein echtes Interesse zu entwickeln."
Mit 15 war das, mit 16 hat er seine erste Band, mit 18 geht er nach Hamburg.
"Lange Zeit dachte ich, ich würde einfach Jazzklavier studieren."
Doch es kommt anders: Er entscheidet sich, Kommunikationsdesign zu studieren - alles, was mit Illustration, Grafik, Film zu tun hat - um nicht den Druck zu haben, mit Musik sein Geld verdienen zu müssen. Alle zwei Wochen jammt er in einem Club mit Freunden, sie nennen sich "Pilotfilm".
2004 geht er für ein Jahr an das "Pratt Institute", eine angesehene Kunsthochschule in Brooklyn/New York. Im selben Jahr erscheint auch seine erste Platte, bei einem kleinen Hamburger Label. Der Titel ganz schlicht: "Grunert".
In New York sammelt er Sounds und Bilder, für seine Abschlussarbeit, einen Film über Straßenmusiker im Underground, im U-Bahn-System der Großstadt. Tagelang streift er durch die Stadt, beobachtet, hört zu, filmt.
Schnell geschnitten, atmosphärisch, eine eindrucksvolle Collage. "Soundtracks", der Film, ist auch auf der zweiten CD "Construction Kit" enthalten.
Das Diplom in der Tasche, kann der 27-Jährige inzwischen von der Musik leben, auch durch Auftragsarbeiten als Produzent.
"Es hat sich vieles so ergeben und so addiert, obwohl ich das gar nicht so geplant hatte, aber so wollte ich das auch immer, dass es sich den Raum nimmt."
Und natürlich sammelt Jakob Grunert weiter, Geräusche, Klänge, Sounds, Stimmungen - Bausteine für seine Musik.
Jakob Grunert ist Musiker - und er ist ein Tüftler, ein Laptop-Artist mit Freude an Sounds und Spielereien und, das ist immer auch zu hören, mit Freude an Harmonien. Ein Mann mit einem übervollen Baukasten an Klängen, nicht umsonst heißt seine zweite Platte "Construction Kit".
Jakob Grunert: "Es stimmt so, dass ich mir ein bisschen die Sachen, die ich in einzelnen Platten toll finde, so zusammenbaue, gerade bei diesem Projekt, bei dem Grunertprojekt, was nur ich bin, wo mir niemand reinredet, wo ich nur das mache, was ich machen will."
Gebaut wird in Hamburg St. Pauli, wo der 27-Jährige in einer Wohngemeinschaft lebt, zusammen mit einem Freund und dessen Tochter.
"Ich hab da mehr oder weniger so eine Ecke, ist ein Zimmer, das voll gestellt ist mit Instrumenten, Mikrofonen, Studio in dem Sinn braucht immer weniger."
Er spielt: Klavier, E-Piano, manchmal auch Bass und Gitarre. Und er arbeitet mit befreundeten Musikern zusammen, die ihm weitere Bausteine auf Bestellung liefern können:
"Wo das so auf Zuruf passiert, da kann ich dann zum Beispiel nachts mir irgendwas ausgedacht haben, was einen Bläsersatz braucht, kann ich dann morgens anrufen und das geht dann immer schnell."
Und Jakob Grunert beherrscht die Kunst des Zitats, gekonnt fügt er Samples ein, Versatzstücke, aus den Platten, die sich in seinem Zimmer stapeln: Jazz, Funk, Soul, HipHop.
"Ich find die Kunst des Sampelns total interessant, als Arbeitsweise. Es sind oft nur so komische Geräusche, die ich irgendwo finde. Manchmal ist es ein kleiner Teil, von dem ich den Sound mag, der eine bestimmte Soundstimmung, bestimmter Raum, den das macht, den ich in Kombination mit meinen Sachen benutzen kann."
Wenn man seine Musik hört, fällt es schwer, sich die Person dahinter vorzustellen. Jakob Grunert, geboren 1980 in Berlin, ist groß, kurze blonde Haare, blaue Augen. Offen, freundlich, unkompliziert. Sein Sound klingt auf eine souveräne Art unaufgeregt und trotzdem spannend, vielschichtig, mit Überraschungen und Details, die man immer wieder neu entdecken kann.
"Ich mach mir selten Gedanken, was es sein soll oder in welchem Stil, es passiert einfach so."
Aufgewachsen ist er in Niedersachen, in der Nähe von Uelzen, auf dem Land:
"So wie man das halt gerne gemacht hat, um seine Kinder barfuss und mit selbst angebautem Gemüse groß zu ziehen."
Vier Geschwister hat er, die Mutter Lehrerin, der Vater Jurist, eine musikalische Familie.
"Durch meine Eltern hab ich früh Musikunterricht bekommen, ganz klassisch, Blockflöte, Geige, Bratsche, Klavier. Als ich dann ja so entdeckt hab, dass man auch andere Sachen machen kann, das man auch Jazz auf dem Klavier machen kann, da hab ich auch angefangen zu üben freiwillig und, ja, ein echtes Interesse zu entwickeln."
Mit 15 war das, mit 16 hat er seine erste Band, mit 18 geht er nach Hamburg.
"Lange Zeit dachte ich, ich würde einfach Jazzklavier studieren."
Doch es kommt anders: Er entscheidet sich, Kommunikationsdesign zu studieren - alles, was mit Illustration, Grafik, Film zu tun hat - um nicht den Druck zu haben, mit Musik sein Geld verdienen zu müssen. Alle zwei Wochen jammt er in einem Club mit Freunden, sie nennen sich "Pilotfilm".
2004 geht er für ein Jahr an das "Pratt Institute", eine angesehene Kunsthochschule in Brooklyn/New York. Im selben Jahr erscheint auch seine erste Platte, bei einem kleinen Hamburger Label. Der Titel ganz schlicht: "Grunert".
In New York sammelt er Sounds und Bilder, für seine Abschlussarbeit, einen Film über Straßenmusiker im Underground, im U-Bahn-System der Großstadt. Tagelang streift er durch die Stadt, beobachtet, hört zu, filmt.
Schnell geschnitten, atmosphärisch, eine eindrucksvolle Collage. "Soundtracks", der Film, ist auch auf der zweiten CD "Construction Kit" enthalten.
Das Diplom in der Tasche, kann der 27-Jährige inzwischen von der Musik leben, auch durch Auftragsarbeiten als Produzent.
"Es hat sich vieles so ergeben und so addiert, obwohl ich das gar nicht so geplant hatte, aber so wollte ich das auch immer, dass es sich den Raum nimmt."
Und natürlich sammelt Jakob Grunert weiter, Geräusche, Klänge, Sounds, Stimmungen - Bausteine für seine Musik.