Bau abgesagt: Weimer will Auftrag für Nationalbibliothek reduzieren

    Blick auf die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig.
    Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt, dokumentiert und archiviert alle Werke in Schrift und Ton, die seit 1913 in Deutschland und weltweit über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden. © picture alliance / Jan Woitas
    Dem Kulturstaatsminister könnte neuer Ärger ins Haus stehen: Wolfram Weimer will den geplanten Erweiterungsbau für die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig streichen. Das wurde gestern bekannt. Der Kulturstaatsminster hält physische Sammlungen für nicht mehr zeitgemäß, die Nationalbibliothek solle mehr auf Digitalisierung setzen. Der Deutsche Bibliotheksverband sieht das anders: Die Vorschläge gingen an der rechtlichen Grundlage vorbei, teilte die Organsiation mit. Die Deutsche Nationalbibliothek ist verpflichtet, alle Werke in Schrift und Ton zu archivieren, die seit 1913 in Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden - in zweifacher Ausgabe. Den nötigen Platz dafür sollte der Erweiterungsbau in Leipzig schaffen. Der stellvertretende Regierungssprecher Hille teilte jetzt mit, Weimer wolle den Auftrag der Nationalbibliothek zum Sammeln reduzieren, um Lagerfläche zu sparen - zukünftig soll nur noch ein Exemplar archiviert werden. Zuvor hatten der Deutsche Kulturrat und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die Pläne Weimers zum Stopp des Erweiterungsbaus kritisiert.