Bahn, Raumschiff und Olympia

Von Raimund Fichtenberger |
Bei "Rail Simulator" fühlt sich der Spieler wie bei einer echten Zugfahrt. In "Mass Effect" erhält der Spieler die Kontrolle über ein richtiges Raumschiff. Bei "Mario and Sonic" geht es um die Olympischen Spiele.
"Rail Simulator - Den Traum vom Lokführer"

Ein Geräusch, das Vater und Sohn zu Weihnachten verbindet. Eine Eisenbahn.
Einmal Lokführer sein. Ein Kindheitstraum, den der Rail Simulator gerne erfüllt. In dem Spiel können alte und moderne Züge über vier originalgetreue Strecken in Deutschland und England gesteuert werden.
Der Spieler sieht dabei alles aus der Sicht des Lokführers. Und natürlich hat er auch dieselben Aufgaben. Die richtigen Schalten müssen umgelegt, Signale und Geschwindigkeitsbeschränkungen beachtet werden. Vor allem am Anfang ist es nicht leicht, alles im Auge zu behalten. Denn das Spiel ist eine echte Simulation, die Züge reagieren physikalisch korrekt: Fehlbedienungen führen schnell zum Entgleisen.
Wem es zu langweilig wird, einfach nur von a nach b zu fahren, kann verschiedene Aufgaben annehmen. Zum Beispiel das Rangieren auf einem Güterbahnhof, inklusive dem An- und Abkoppeln der Wagons.

Leider ist das Grundpaket vom "Rail Simulator" etwas knapp ausgestattet - nur vier Strecken sind zu befahren, darunter aber die unter Bahnfans bekannte Strecke von Hagen nach Siegen.

Üblicherweise gibt es für Simulationen aber Erweiterungspakete zu kaufen
Grafik und Sound sind zwar nicht fotorealistisch, die Landschaftsdetails und die originalgetreu nachgebildeten Züge schaffen trotzdem die richtige Atmosphäre.
Der "Rail Simulator" ist wie eine echte Zugfahrt: Nichts für die schnelle Action zwischendurch. Hier zählen Perfektion und das Ankommen. Wer sich seine Herausforderungen gerne selber sucht, Simulationen und Eisbahnen mag, wird dafür so schnell nicht mehr aussteigen wollen.

"Rail Simulator" für Windows PC,
USK: ohne Beschränkung,
Hersteller: Electronic Arts,
ca. 45 Euro



Mass Effect - Das Böse im Weltall"

170 Jahre in der Zukunft. Die Menschheit ist Mitglied in der intergalaktischen Völkergemeinschaft. Es könnte friedlicher nicht sein, wären da nicht die Geth. Eine künstliche Rasse, welche die Galaxis vernichten will. Der Spieler übernimmt die Rolle von Commander Shepard, der ausgesandt wird, als so genannter Spector das Universum zu retten.

Der Spieler erhält die Kontrolle über ein riesiges Raumschiff und seiner Crew. So ist es möglich, völlig frei durch dutzende von Sternensystemen zu reisen. Überall trifft man auf Lebensformen, die Hinweise auf das weitere Vorgehen geben.
Auch wenn es viel Action gibt, "Mass Effekt" hat mindestens genau so viele Rollenspiel-Elemente. Der eigene Charakter entwickelt sich weiter, je nach dem, welche Entscheidungen der Spieler trifft. Es müssen Personen befragt und Orte untersucht werden.

Alles in einer unendlich großen Spielwelt aus Raumschiffen, Planeten und Gebäuden.

Die Programmierer haben eine völlig eigene Welt kreiert, vergleichbar mit der "Star Wars"-Saga. Die Missionen sind äußerst abwechslungsreich: Mal muss ein Planet per Landungsjeep erkundet werden, mal gilt es Personen auszufragen.

Schon nach wenigen Minuten fühlt man sich als Teil der abwechslungsreichen Geschichte. Tolle Grafik, wunderbare Musik, einfache Steuerung und eine unfassbar große Spielwelt: ohne Zweifel eines der besten Spiele des Jahres. "Mass Effect" wird alle begeistern, die Wert auf Handlungsfreiheit und eine tolle Story legen und denen normale Rollenspiele eher zu langatmig sind

"Mass Effect" für die xbox 360,
USK: ab 16 Jahren,
Hersteller: Bioware/Microsoft,
ca. 60 Euro



"Mario and Sonic - Zwei Helden bei Olympia"

Obwohl die nächsten Olympischen Spiele noch etwas entfernt sind: die beiden Videospielhelden Mario und Sonic haben ihre Freunde versammelt, um die Medaillen unter einander zu verteilen. Übrigens ist es das erste Mal, dass der Klempner Mario und der blaue Igel Sonic gemeinsam in einem Spiel auftauchen.

Die Steuerung ist einfach und nutzt die ungewöhnlichen Möglichkeiten der Wii-Konsole. Beim Hürdenlaufen zum Beispiel wird durch das Schütteln des Controllers beschleunig, zum Springen muss der Controller einmal kräftig gekippt werden.
Auch Videospiel-Skeptiker werden so schnell Spaß an dem Spiel finden. Der Blick in die Anleitung ist nicht notwendig.

Die einzelnen Sportarten sind abwechslungsreich: Bogenschiessen, Schwimmen, Fechten oder Leichtathletik- 20 Disziplinen sorgen für unterhaltsame Turniere. Am besten spielt man "Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen" zu mehreren. Zwar gibt es auch einen Einzelspielermodus, doch dieser wird mangels Spieltiefe schnell langweilig.

Wer mit Freunden oder der Familie gerne eine oder zwei Runden gemeinsam spielt, wird viel Spaß haben. Profis hingegen dürften sich wegen der verspielten Grafik und der eingeschränkten Optionen schneller langweilen. Es sei denn, sie nehmen die Herausforderung an, und stellen einige Rekorde auf- so werden nämlich noch einige zusätzliche Sportarten frei geschaltet.

"Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen" für Nintendo Wii,
USK: ohne Beschränkung,
Hersteller: Sega,
ca. 45 Euro