Autonome Waffensysteme

Wenn "Killerroboter" selbständig töten

Killerroboter aus dem Film "Terminator 3"
Killerroboter aus dem Film "Terminator 3": Sieht so Krieg in Zukunft aus? © picture alliance / dpa / Enterpress Columbia
Philippe Lorenz im Gespräch mit Stephan Karkowsky · 11.04.2018
Die Vereinten Nationen diskutieren derzeit in Genf erneut über autonome Waffensysteme. Entwicklung und Einsatz der umgangssprachlich als "Killerroboter" bezeichneten Tötungsmaschinen wird kaum aufzuhalten sein - denn sie sind effizient. Und billig.
Die Vereinten Nationen führen derzeit in Genf erneut Gespräche über die sogenannten "Killer-Roboter". Bei dem Meinungsaustausch soll es unter anderem um eine Definition für autonome Waffensysteme gehen.
Eines dürfte dabei unstrittig sein: Solche Systeme definieren selbständig ihr Ziel und liquidieren es dann, ohne dass ein Mensch in den Zerstörungsprozess eingreift. Es gebe inzwischen Minen, die zwischen feindlichen Kämpfern und Zivilisten unterscheiden könnten, berichtete Philippe Lorenz von der Stiftung Neue Verantwortung im Deutschlandfunk Kultur.
Laut Lorenz stehen sich bei der Debatte über solche Systeme zwei Blöcke gegenüber. Auf der einen Seite die USA, Russland, China, Großbritannien und Israel, die an solchen Waffen forschen und sich bisher noch zu keinen Einschränkungen verpflichtet haben.
Auf der anderen Seite: viele andere Staaten, die ein Verbot wollen. Deutschland und Frankreich seien derzeit in der Vermittlerrolle.

Eine Waffen-Drohne kostet nur 30 bis 100 Dollar

Noch seien die Systeme nicht einsatzfähig, sagte Lorenz. Die Amerikaner hätten aber schon Drohnen-Schwärme aus Kampf-Jets ausgesetzt, die dann völlig selbständig operiert und sich mittels Schwarmintelligenz organisiert hätten.
So eine Drohne koste in der Herstellung 30 bis 100 Dollar das Stück. Die autonomen Systeme seien deswegen wesentlich günstiger als konventionelle Waffen, betonte der Experte. Dies sei auch einer der Gründe, warum sie entwickelt werden.
Lorenz fühlt sich bei der Debatte um die "Killerroboter" an die Vergangenheit und das atomare Gleichgewicht des Schreckens erinnert. Wer autonome Waffensysteme künftig einsetze, habe möglicherweise einen so großen strategischen Vorteil, dass die Gegenseite praktisch gezwungen werde, auch auf solche Waffen zu setzen.
"Das führt uns dann in eine ähnliche Situation wie im atomaren Konflikt, wo die gegenseitige Androhung von schwerster Vergeltung eine gewisse Stabilität provoziert hat", sagte Lorenz.
(ahe)
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