Australisches Schriftstellerfestival wegen Eklat um palästinensische Autorin abgesagt

    Schriftzug des Adelaide Writers' Week im Zentrum der Stadt Adelaide im Rahmen des Adelaide Festivals in Australien
    Die Adelaide Writers’ Week gilt als eine der bedeutendsten Literaturveranstaltungen der englischsprachigen Welt. © imago images / ZUMA Press /
    Eines der bedeutendsten Schriftstellerfestivals Australiens ist abgesagt worden, nachdem 180 Autorinnen und Autoren es boykottieren und die Direktorin der Veranstaltung sich zurückzieht. Louise Adler, jüdische Tochter von Holocaust-Überlebenden, erklärte am Dienstag, dass sie als Direktorin bei der Adelaide Writers' Week zurücktritt. Grund dafür ist der Beschluss des Festivalvorstands aus der vergangenen Woche, die palästinensisch-australische Autorin Randa Abdel-Fattah auszuladen. Als Begründung hatten die Veranstalter "vergangene Aussagen" der Autorin genannt, die mit Blick auf die Attacke von Bondi Beach vor drei Wochen als "kulturell nicht sensibel" gesehen wurden. Abdel-Fattah bezeichnete ihren Ausschluss als "einen offensichtlichen und schamlosen Akt von anti-palästinensischem Rassismus und Zensur". Die Meldung über die Ausladung hatte eine Welle der Kritik nach sich gezogen, die in dem Boykott des Festivals durch 180 Autorinnen und Autoren mündete. Die Adelaide Writers’ Week gilt als eine der bedeutendsten Literaturveranstaltungen der englischsprachigen Welt und zieht seit ihrer Gründung 1960 regelmäßig weltbekannte Schriftsteller und Schriftstellerinnen an.