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Fazit / Archiv | Beitrag vom 29.10.2015

Ausstellung: "Sturm-Frauen"Frankfurter Schirn zeigt Künstlerinnen der Avantgarde

Ingrid Pfeiffer im Gespräch mit Gabi Wuttke

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Helfer der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main hängen am 23.10.2015 das Gemälde "Frau mit Pelz und rotem Hut" von Sigrid Hjertén auf. (Alexander Heinl/dpa)
Helfer der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main hängen am 23.10.2015 das Gemälde "Frau mit Pelz und rotem Hut" von Sigrid Hjertén auf. (Alexander Heinl/dpa)

"Der Herbst wird stürmisch", verkündet die Frankfurter Schirn und zeigt als Hauptausstellung des Jahres die Arbeiten von 18 Künstlerinnen, die vor etwa 100 Jahren in der legendären Berliner Galerie "Der Sturm" ausgestellt wurden. Kuratorin Ingrid Pfeiffer gibt einen Vorgeschmack.

"Der Sturm" - ein Name so revo­lu­tio­när wie seine Wirkung. Mit der Grün­dung dieser Zeit­schrift gab Herwarth Walden 1910 in Berlin das Signal zum Aufbruch in die moderne Kunst. In seiner Gale­rie bot er vielen heraus­ra­gen­den Künst­le­rin­nen die Gele­gen­heit, ihre Werke inner­halb der inter­na­tio­na­len Avant­garde öffent­lich zu präsen­tie­ren.

Die Frankfurter Schirn zeigt in der Ausstellung "Sturm-Frauen. Künstlerinnen der Avantgarde in Berlin 1910-1932" Werke aus dem Expressionismus, Kubismus, Futurismus, Konstruktivismus und aus der Neuen Sachlichkeit.

Viele Werke sind verschollen

Um die Vielfalt der Künstlerinnen zu verdeutlichen habe sie 18 bekannten und weniger bekannten Künstlerinnen eigene Räume mit einer Auswahl von Werken gewidmet, sagte die Kuratorin Ingrid Pfeiffer im Deutschlandradio Kultur. Viele Werke seien verschollen oder im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, deshalb sei die Vorbereitung der Ausstellung sehr kompliziert gewesen.

Im Vergleich mit ihren männlichen Kollegen, hätten es Malerinnen besonders schwer gehabt, sich zu behaupten:

"Man kann generell sagen, dass die Biografien von Künstlerinnen noch brüchiger sind."

Ingrid Pfeiffer verwies dabei auch auf das Schicksal von Frauen, wie etwa Maria Uhden, die zu Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn an den Folgen einer Geburt starben, oder anderer Künstlerinnen, die es nicht schafften, die Gunst eines männlichen Mäzens zu gewinnen.

Hier finde Sie alle Informationen zu der Ausstellung, die bis zum 7. Februar 2016 in der Schirn in Frankfurt am Main zu besuchen ist.

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