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Montag, 10.12.2018
 
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Interview | Beitrag vom 01.12.2018

Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Christbaumschmuck spiegelt den Zeitgeist

Regine Falkenberg im Gespräch mit Axel Rahmlow

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Plakat des Winterhilfswerkes (WHW) zur 3. Reichsstraßensammlung 1939 (Deutsches Historisches Museum)
Ausschnitt aus einem Plakat des Winterhilfswerkes 1939 (Deutsches Historisches Museum)

In seiner Sammlung von Weihnachtsbaumschmuck präsentiert das Deutsche Historische Museum zahlreiche Objekte, die Veränderungen der Alltagskultur zeigen. In der NS-Zeit wurden die Gebräuche besonders stark politisch instrumentalisiert.

Seit dem 19. Jahrhundert steht der geschmückte Tannenbaum im Zentrum des häuslichen Weihnachtsfests, das sich im 19. Jahrhundert als christliche Feier etablierte. Die Ausstellung "Engel, Hakenkreuz, Felsendom – Christbaumschmuck vom 19. Jahrhundert bis heute" im Historischen Museum zeigt zahlreiche Objekte, die eine  Vielfalt von  Motiven beim Weihnachtsschmuck präsentiert. So wurde der geschmückte Lichterbaum beispielsweise in der NS-Zeit sehr stark politisch vereinnahmt.

Hakenkreuze im Weihnachtsschmuck

Ob damals an vielen Weihnachtsbäumen tatsächlich ein Hakenkreuz prangte, bezweifelt die Kuratorin der Ausstellung Regine Falkenberg. Es gebe davon auf Fotografien oder in Familienalben so gut wie keine Zeugnisse, sagte die Ausstellungsmacherin im Deutschlandfunk Kultur. "Es kann sein, dass sie einfach nicht gehängt wurden", sagte sie. "Es kann aber auch sein, dass sie vielleicht für das Foto  abgehängt worden sind." Die Familien seien offenbar sehr bei ihren Traditionen geblieben, obwohl es natürlich Christbaumspitzen in Hakenkreuzform und andere Objekte gegeben habe.  

Christbaumschmuck Felsendom in Jerusalem, 2018 (Deutsches Historisches Museum)Christbaumschmuck Felsendom in Jerusalem, 2018 (Deutsches Historisches Museum)

Für die Sammlung entdeckt hat die Kuratorin auch einen Felsendom als Weihnachtsschmuck, der aus einer Glasbläserei in Polen stamme. Das habe gut zum Thema, viele Religionen ein Baum gepasst. Dazu passe auch Schmuck auf einem Drogeriemarkt in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo, bei dem der muslimische Namen in Kugelsilhouetten eingelassen seien. Auf diese Weise würden auch Muslime auf eine freundliche Art und Weise in das Weihnachtsgeschehen einbezogen. (gem)  

Die Ausstellung "Engel, Hakenkreuz, Felsendom –Christbaumschmuck vom 19. Jahrhundert bis heute" ist bis zum 3. März 2019 im Historischen Museum in Berlin zu sehen.

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