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Fazit / Archiv | Beitrag vom 15.11.2019

Ausstellung im Berliner Brücke-MuseumÜber die Bedeutung des Bilderrahmens

Werner Murrer im Gespräch mit Britta Bürger

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Installationsansicht der Ausstellung "Unzertrennlich", Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler, 2019  (Mathias Völzke)
Die Expressionisten verwendeten erstmals schlichte Holzrahmen. (Mathias Völzke)

"Unzertrennlich" heißt die neue Ausstellung im Brücke-Museum, die die Bedeutung des Rahmens für die Brücke-Künstler untersucht. Viele Expressionisten setzten auf die kompositorische Einheit zwischen Bild und Rahmen, was lange wenig Beachtung fand.

Ungerahmte Bilder gebe er niemals auf Ausstellungen, schrieb 1937 Ernst Ludwig Kirchner und unterstrich damit, wie eng verbunden für ihn Bilder und Rahmen sind. Das zeigt auch die aktuelle Ausstellung "Unzertrennlich. Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler" im Berliner Brücke-Museum.

"Wenn man von der zeitgenössischen Kunst ausgeht, dann funktioniert die Kunst wunderbar auch ohne Rahmen", erklärt Kurator Werner Murrer. "Aber gerade im Expressionismus war der Rahmen immer eminent wichtig für das Bild. Man konnte sich ein Bild ohne Rahmen gar nicht vorstellen." Und dieser bildete gerade bei Kirchner eine Einheit mit dem Bild. Der habe sogar stellenweise seine Bilder im Rahmen fertig gemalt, sagt Murrer: "Es ist eine Gesamteinheit, ein Gesamtkunstwerk."

Üppige neobarocke Goldrahmen waren passé

Die Expressionisten entdeckten die Rahmen für sich neu. "Die Malerei hat sich komplett geändert, da mussten sich auch die Rahmen ändern", erklärt Murrer. "Bis dahin waren es die üppigen neobarocken Goldrahmen, die für die Ausstellung zwingend notwendig waren, jetzt wurde die Malerei rotzfrech und das musste auch der Rahmen werden."

Installationsansicht der Ausstellung "Unzertrennlich" im Brücke-Museum. (Mathias Völzke )Zwischen Wand und Gemälde befindet sich der Bilderrahmen. Die Eigenheiten der zumeist aus Holz gebauten Objekte zeigt das Brücke-Museum. (Mathias Völzke )

Plötzlich verwendeten die Künstler schlichte Nadelholzrahmen, das jedoch ganz bewusst, und die Rahmen waren durchaus aufwendig gestaltet, sodass eine Einheit zwischen Bild und Rahmen entstand.

Lange Zeit wurde den Rahmen von Kunsthistorikern wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wenn man in Sammlungskataloge der Museen schaue, seien die Bilder immer ohne Rahmen fotografiert, so Murrer: "Es weiß keiner, wie die Bilder gerahmt sind." Das will der Kurator mit dieser Ausstellung nun ändern.

(nho)

Unzertrennlich. Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler
16. November 2019 bis 15. März 2020
Brücke-Museum, Berlin

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