Seit 19:05 Uhr Oper
Samstag, 15.05.2021
 
Seit 19:05 Uhr Oper

Kompressor | Beitrag vom 30.04.2018

Ausstellung "FAHR RAD!" in Frankfurt "Das Fahrrad macht die Stadt menschenfreundlicher"

Stefanie Lampe im Gespräch mit Timo Grampes

Ein Fahrradkurier wartet am 02.03.2016 an einer Ampel in Midtown Manhattan in New York (USA) auf den vorbeirollenden Verkehr (dpa / picture alliance / Gregor Fischer)
Große Fortschritte in wenigen Jahren: Mittlerweile gehören sogar in New York City Fahrräder zum Stadtbild (dpa / picture alliance / Gregor Fischer)

Eine Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum zeigt fahrradgerechte Stadtplanung vom Ruhrgebiet bis nach New York City. Das Fahrrad sei aber noch viel mehr als nur Fortbewegungsmittel, ist Kuratorin Stefanie Lampe überzeugt.

Was macht die Qualität des öffentlichen Raums in der Stadt aus? Eine Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum wirft einen Blick auf acht verschiedene Städte und Regionen von New York City bis zum Ruhrgebiet, und zeigt anhand von internationalen Projekten, wie fahrradgerechte Stadtplanung aussehen kann und die Lebensqualität in Städten erhöht. 

"Es ist klar, dass die Mobilität von heute ohne Autos nicht funktioniert", sagt die Architekturhistorikerin Stefanie Lampe aus dem Kuratorenteam. "Aber: Es ist genauso klar, dass die Städte immer mehr wachsen, es ziehen immer mehr Menschen in die Städte, gleichzeitig ist unser Straßenraum nicht wachstumsfähig." Bei mehr Stadtbewohnern, die alle Auto fahren - da wird es irgendwann eng. Doch die Städte sind im Wandel. New York City zum Beispiel hat sich in den vergangenen sechs Jahren sehr verändert. "Das begann 2007 - quasi über Nacht", erzählt Lampe. "Man hat Fahrradwege einfach aufgezeichnet, Pfosten aufgestellt und mit Pollern abgegrenzt und da einen Raum geschaffen für Fahrradfahrer. Was sie gemerkt haben, war: Je mehr Raum es gab, umso mehr Fahrradfahrer kamen auch." 

Fahrräder als "Seismograph der Urbanität"

"Der politische Wille ist ganz immanent wichtig", betont Lampe. Mit Karlsruhe sei auch eine deutsche Stadt bei der Ausstellung dabei, bei der dieser Wille sehr groß sei. Da müsse man dann auch mal den Gegenwind der Autofahrer aushalten, meint der dortige Bürgermeister, erzählt Lampe. Mögliche Instrumente für die Kommunen seien die Öffnung von Einbahnstraßen für Radler, so dass sie - anders als die Autofahrer - dort in beide Richtungen fahren können oder sogenannte "Aufstellboxen" an Kreuzungen, so dass die Radfahrer an den Autos vorbeifahren können und bei Grün zuerst starten können. 

Fahrräder seien der "Seismograph der Urbanität", sagt Lampe: "Wenn ein Fahrrad in der Stadt ist, ist der urbane Raum etwas ruhiger und menschenfreundlicher, man könnte auch sozialer sagen." Beim Autofahren sei man allein, Fahrradfahren gibt Raum für Begegnungen. Jedoch: "Das Fahrrad wird nicht alle Probleme lösen in unseren Städten in der Zukunft", gibt sie zu. Sie hofft, dass das Auto ein Baustein sein wird in unserer Mobilität und nicht das Element, auf dem alles andere aufbaut und auf das alles andere Rücksicht nehmen muss. 

(inh)

FAHR RAD! Die Rückeroberung der Stadt
Die Ausstellung ist noch bis zum 2. September 2018 im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt zu sehen. 

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur