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Fazit / Archiv | Beitrag vom 16.07.2018

Ausstellung der Leipziger Kunsthochschule im ZooMusik für Krähen und Milben

Julia Blume im Gespräch mit Britta Bürger

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Ausstellung "Originale_18" im Telemannsaal (Zoo Leipzig / HGB / Ausstellung "Originale_18")
Ausstellung "Originale_18" im Telemannsaal (Zoo Leipzig / HGB / Ausstellung "Originale_18")

In einer Kooperation mit der Kunsthochschule zeigt der Leipziger Zoo Arbeiten von Studierenden – eine vielseitige Schau, die weit mehr als Tierstudien zeigt. Auch mit Tierhaltung setzen sich die Künstler kritisch auseinander.

"Originale" lautet der Titel einer Ausstellung von Kunst-Studierenden im Leipziger Zoo. Dort werden Arbeiten zu Tieren gezeigt – das Tier im Zoo und das Tier in der Kunst werden reflektiert. Das soll helfen, eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen dem Innenstadttierpark "Leipziger Zoo" und den Studierenden der dortigen Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) zu entwickeln, sagt die Kunstwissenschaftlerin Julia Blume, die die Ausstellung "ORIGINALE_18" kuratiert.

Doch es gehe nicht etwa um "Studien der Tiere", sagte Blume: "Die heutige Künstlergeneration ist nicht so sehr darauf eingestellt, ein naturnahes Abzeichnen zu üben - vielleicht noch ganz zu Beginn des Studiums, doch in der weiteren Künstlerinnenentwicklung dann nicht mehr. Es geht darum, das Tier als Gegenüber wahrzunehmen, und sich durchaus auch kritisch mit der Tierhaltung in solchen Institutionen wie Zoos auseinanderzusetzen und sich dabei aber trotz allem auch inspirieren zu lassen."

Arbeiten mit Ernsthaftigkeit und Poesie

"Wir haben 19 Künstlerinnen und Künstler - davon zwölf Künstlerinnen - in der Ausstellung: Malerei, Grafik, Fotografie, also das sind sehr unterschiedliche Positionen", beschreibt Julia Blume den Ansatz. Als Beispiel nennt sie das Werk "Musik für Wildkatzen" von Marek Brandt: "Es begann mit 'Musik für Krähen', er hat aber auch schon 'Musik für Milben' gemacht", so die Kuratorin. Dazu gehe Brandt an bestimmte Orte in der Natur, wo diese Tiere auch tatsächlich lebten und platziere sich dort mit den Musikern. Er nehme dort die Stücke auf "in der Sicherheit, dass ihm diese Tiere zuhören würden, auch wenn sie letztlich nicht zu sehen seien". Das bringe ihn ins Gespräch mit sehr, sehr vielen Menschen, die oft ganz kunstfern sind, sich aber inspiriert fühlten durch diese Ernsthaftigkeit und die Poesie seiner Arbeit, so Julia Blume.

Der Leipziger Zoo, 1878 gegründet, sei gewachsen, als an der Leipziger Kunstakademie der wissenschaftliche Unterricht eingeführt wurde, so Julia Blume: "Die Tieranatomie und die Tierstudien waren von Beginn an ein wesentlicher Bestandteil dabei." Zudem seien die Zoodirektoren schon damals Gastprofessoren an der Leipziger Hochschule gewesen und Künstler hätten natürlich im Zoo sehr oft ihre Tierstudien betrieben.

Verena Landau: "Waiting for Stars 05", 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 180 cm, Courtesy: August Jesse Krumbügel - zu sehen in der Ausstellung "Originale_18" des Leipziger Zoos in Kooperation mit der HGB (Zoo Leipzig / HGB / Ausstellung "Originale_18" / Courtesy: August Jesse Krumbügel)Verena Landau, "Waiting for Stars 05", 2012 - zu sehen in der Ausstellung "Originale_18" des Leipziger Zoos (Zoo Leipzig / HGB / Ausstellung "Originale_18" / Courtesy: August Jesse Krumbügel)

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