Ausgrabung wirft Licht auf Wikinger-Kolonisierung von Grönland

    Das Qinngua-Tal in Südgrönland
    Die Landschaft des Qinngua-Tals in Südgrönland zeichnet sich durch ihre Kargheit aus. © picture alliance / Visually / Viktor Posnov
    Grönland wurde erstmals vor mindestens 3000 Jahren von Inuit aus der Arktis besiedelt. Im zehnten Jahrhundert gründeten die Wikinger eine Kolonie auf der Insel. Jetzt liefert der Fund von Überresten einer mittelalterlichen Kirche neue Erkenntnisse über diese Zeit. Nach den Worten von Ausgrabungsleiter Christian E.K. Madsen vom dänischen Nationalmuseum ist die Entdeckung eine "Sensation". Die Kirche sei vermutlich im 13. Jahrhundert errichtet worden - nachdem die Wikinger zum Christentum übertraten. Aus seiner Sicht beanspruchten die Wikinger mit dem Kirchenbau religiöse Macht und erhöhten damit gleichzeitig ihre wirtschaftliche Macht. Zudem gewinne der Fundort in Qinngua im Süden von Grönland eine neue Bedeutung. Auf dem Gelände befindet sich mindestens eine Grabstelle. Die Kirche selbst war etwa zehn mal vier Meter groß und umgeben von drei Bauernhöfen - einer Art Dorf-Prototyp. Die Wikinger-Kolonie hörte spätestens um das Jahr 1450 herum auf zu existieren. Die Ursache ist bislang ungeklärt. Im 18. Jahrhundert wurde Grönland dann von Dänemark kolonisiert. Heute ist die Insel ein zu Dänemark gehörendes autonomes Territorium.