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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 04.09.2017

Aus Wahl-O-Mat wird Les-O-MatWas Sie vor der Wahl noch lesen sollten

Von Elke Schlinsog

Eine Frau steht vor einem Regal voller Bücher. (Clay Banks/unsplash.com)
Das richtige Buch kann Augen öffnen: Insbesondere vor der Wahl ist das von Nutzen. (Clay Banks/unsplash.com)

Auf der Suche nach politischen Impulsen? Mit diesen Büchern – empfohlen von Politikern, Autoren und Radiokollegen – ist rechtzeitig zur Bundestagswahl am 24. September für die nötige Spannung gesorgt.

Gregor Gysi stimmt für Gusel Jachina: "Suleika öffnet die Augen"

MdB Die Linke, seit 2016 Präsident der Europäischen Linke

Gregor Gysi (MdB, Die Linke), steht vor einer grauen Wand. Daneben das Cover des Buches "Suleika öffnet die Augen". (Cover: Aufbauverlag/Hintergrund: dpa)Gregor Gysi empfiehlt "Suleika öffnet die Augen". (Cover: Aufbauverlag/Hintergrund: dpa)

"Ich stimme ganz klar für Jachina Gusel, damit für eine Frau, die uns Männern klar beschreibt, wir können die Gleichstellung der Frauen eh nicht aufhalten, also sollten wir Sie von jetzt an schon unterstützen."

Gusel Jachina: "Suleika öffnet die Augen"
Aufbau Verlag 2017
541 Seiten, 22,95 Euro 


Omid Nouripour stimmt für Didier Levefre "The Photographer"

Sprecher für Außenpolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag

Omid Nouripour (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) steht vor einer grauen Wand. Daneben das Cover des Buches "The Photographer". (Cover: Verlag First Second/Hintergrund: imago)Omid Nouripour (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) stimmt für die dokumentarische Graphic Novel "The Photographer". (Cover: Verlag First Second/Hintergrund: imago)

"Ein vom Format her tolles, spannendes Buch: Eine Mischung aus dokumentarischen Fotos, die Levefre in der 80er Jahren in Afghanistan gemacht hat und Comiczeichnungen über seine Zeit, die er dort verbracht hat. Intensiv und lehrreich, anders als alles andere, was man sonst zu lesen bekommt."

Emmanuel Guibert, Didier Lefèvre und Frédéric Lemercier: "The Photographer"
First Second Verlag 2009
267 Seiten, 29,95 Euro


Claudia Roth stimmt für Roger Willemsen "Wer wir waren"

Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Bündnis 90/Die Grünen

Claudia Roth sitzt an einem Schreibtisch und hält das Buch "Wer wir waren" in die Kamera. (Deutschlandradio – Elke Schlinsog)Claudia Roth (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) wählt Roger Willemsens "Wer wir waren". (Deutschlandradio – Elke Schlinsog)

"Ein gnadenlos ehrliches Büchlein über eine Gesellschaft, die das Unrecht zwar erkennt aber nicht handelt, die sich bewusst von Nebensächlichkeiten ablenken lässt, weil die großen Fragen sie überfordert."

Roger Willemsen: "Wer wir waren. Zukunftsrede"
S. Fischer 2016
64 Seiten, 12 Euro


Wolfgang Bosbach stimmt für Gabor Steingart "Unser Wohlstand und seine Feinde"

Mitglied des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, CDU

Wolfgang Bosbach (MdB, CDU) vor einer grauen Wand. Daneben das Cover von "Unser Wohlstand und seine Feinde". (Cover: Knaus/Hintergrund: imago)"Unser Wohlstand und seine Feinde" – die Empfehlung von Wolfgang Bosbach (MdB, CDU). (Cover: Knaus/Hintergrund: imago)

"Steingart legt hier den Finger in die Wunde. Es gibt immer mehr, die in unserem Land glauben, dass es eine Auflösung des Zusammenhangs zwischen sozialer und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit geben könnte - es sind aber zwei Seiten einer Medaille."

Gabor Steingart: "Unser Wohlstand und seine Feinde"
Albrecht Knaus Verlag 2013
272 Seiten, 19,99 Euro


Eva Högl stimmt für Clemens Meyer "Die stillen Trabanten"

Stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion

Eva Högl steht vor einem Gebäude im Regierungsviertel. In ihren Händen das Buch "Die stillen Trabanten". (Deutschlandradio – Elke Schlinsog)"Die stillen Trabanten" – Eva Högls (MdB, SPD) Wahl vor der Wahl. (Deutschlandradio – Elke Schlinsog)

"Es sind Geschichten über Menschen, denen wir nicht täglich begegnen, Menschen, denen es nicht so gut geht im Leben - über die Kassiererin, den Gärtner oder den Fahrkartenkontrolleur. Darüber müsste viel mehr geschrieben werden."

Clemens Meyer: "Die stillen Trabanten. Erzählungen"
S. Fischer 2017
272 Seiten, 20,60 Euro


Felicitas Hoppe stimmt für "Pinocchio" von Carlo Collodi

Autorin, Büchnerpreisträgerin 2012

Die Autorin Felicitas Hoppe hält vor einer grünen Pflanze sitzend das Buch "Pinocchio" in die Kamera. (Deutschlandradio – Elke Schlinsog)Büchnerpreisträgerin Felicitas Hoppe stimmt für "Pinocchio". (Deutschlandradio – Elke Schlinsog)

"Pinoccio ist der Inbegriff des Wahlversprechens, das nicht gehalten wird. Deshalb kann ich sagen: Lest Pinocchio!"

Carlo Collodi: "Pinocchio"
Thienemann Verlag 2013
200 Seiten, 7,99 Euro


Simon Strauss stimmt für Cicero "Commentariolum petitionis"

Autor und Journalist

Im Vordergrund: das Cover von Ciceros „Commentariolum petitionis“. Im Hintergrund: das Collosseum in Rom. (Cover: WBG/Hintergrund: imago)Simon Strauss stimmt für Cicero „Commentariolum petitionis“ (Cover: WBG/Hintergrund: imago)

"Wenn man das liest, dann fühlt man sich unmittelbar in die jetzige politische Landschaft versetzt. Es geht vor allem darum, dass man den Wählern suggeriert, dass man als Person wichtig ist und kein Programm hat, sodass man später nicht daran gemessen werden kann."

Quintus Tullius Cicero: "Commentariolum petitionis"
Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2001
200 Seiten, 28,90 Euro


Jakob Hein stimmt für Norberto Bobbio "Rechts und Links"

Autor und Kinder- und Jugendpsychologe

Autor, Kinder- und Jugendpsychologe Jakob Hein vor einem neutralen Hintergrund. Daneben das Cover von Bobbios "Rechts und Links. Gründe und Bedeutungen einer politischen Unterscheidung". (Cover: Wagenbach/Hintergrund: imago)"Rechts und Links. Gründe und Bedeutungen einer politischen Unterscheidung" – der Tipp von Jakob Hein. (Cover: Wagenbach/Hintergrund: imago)

"Nach einer langen Zeit von Großen Koalitionen und der fraglichen Annäherung der großen politischen Parteien aneinander, ist die Frage präsent, ob es überhaupt noch ein Rechts oder ein Links geben muss. Sich damit zu beschäftigen, finde ich persönlich sehr hilfreich."

Norberto Bobbio: "Rechts und Links. Gründe und Bedeutungen einer politischen Unterscheidung"
Klaus Wagenbach Verlag 2006
96 Seiten, 9,95 Euro


Mariana Leky stimmt für T.S. Eliot "The Love Song of J. Alfred Prufrock"

Autorin

Das Cover von „The Love Song of J. Alfred Prufrock“ vor rotem Hintergrund (Amereon Ltd 1976)Mariana Leky stimmt für T.S. Eliot „The Love Song of J. Alfred Prufrock“. (Amereon Ltd 1976)

"Es steckt eine große Altersweisheit darin, die auch während der Bundestagswahl hilft. Sie heißt: Auch wenn es merkwürdig ausgeht, macht man einfach weiter, frohgemut!"

T.S. Eliot: "The Love Song of J.Alfred Prufrock"
Amereon Ltd 1976
68 Seiten, 17,99 Euro


Theresia Enzensberger stimmt für Olga Grjasnowa "Gott ist nicht schüchtern"

Autorin und Verlegerin

Theresia Enzensberger (Elke Schlinsog)Theresia Enzensberger (Elke Schlinsog)

"Ich finde es wichtig, das man sich noch einmal mit dem Bürgerkrieg in Syrien auseinandersetzt und mit geflüchteten Menschen, für alle Leute, die denken, sie wollen vielleicht doch nicht zur Wahl gehen."

Olga Grjasnowa: "Gott ist nicht schüchtern"
Aufbau Verlag 2017
309 Seiten, 22,00 Euro


Korbinian Frenzel stimmt für Matthias Brandt "Raumpatrouille"

Redakteur und Moderator Deutschlandfunk Kultur

Der Moderator Korbinian Frenzel spricht im Radiostudio in ein Mikrofon. Daneben das Cover von "Raumpatrouille". (Cover: Kiepenheuer & Witsch/Hintergrund: Deutschlandradio)DlfKultur-Moderator Korbinian Frenzel wählt "Raumpatrouille" von Matthias Brandt. (Cover: Kiepenheuer & Witsch/Hintergrund: Deutschlandradio)

"Meine Stimme geht ganz klar an Matthias Brandt, weil er die ganze Kraft, die diese Familie offenbar hat, in die Schauspielerei und in das Schreiben gesteckt hat. Gleichzeitig denke ich manchmal: Vielleicht könnten wir ihn auch in der Politik gebrauchen."

Matthias Brandt: "Raumpatrouille"
Kiepenheuer und Witsch 2016
176 Seiten, 18,00 Euro


Kolja Mensing stimmt für Ross Thomas

Redakteur und Literaturkritiker Deutschlandfunk Kultur

Der Literaturkritiker Kolja Mensing vor einem weißen Hintergrund. Daneben das Cover des Buches "Protokoll für eine Entführung". (Cover: Alexanderverlag/Hintergrund: Deutschlandradio)Literaturkritiker Kolja Mensing empfiehlt "Protokoll für eine Entführung". (Cover: Alexanderverlag/Hintergrund: Deutschlandradio)

"Wenn man verstehen will, worüber man redet, wenn man über Politik redet, muss man den amerikanischen Krimiautor Ross Thomas lesen. Der ehemalige Wahlkampfberater erzählt in seinen zynischen Politthrillern, dass Wahlen und andere demokratische Verfahren völlig überschätzt und die wirklich wichtigen Entscheidungen in abgerockten Hotelzimmern im Umland von Washington gefällt werden."

Ross Thomas: "Protokoll für eine Entführung: Ein Philip-St.-Ives-Fall"
Alexander Verlag 2016
264 Seiten, 14,99 Euro


Julia Riedhammer stimmt für James Baldwin "Another Country"

Redakteurin Deutschlandfunk Kultur

Redakteurin Julia Riedhammer steht vor einem Bücherregal und hält das Buch "Another Country" in die Kamera. (Deutschlandradio – Elke Schlinsog)DlfKultur-Redakteurin Julia Riedhammer stimmt für "Another Country". (Deutschlandradio – Elke Schlinsog)

"Dieser Text ist von 1962 und ist unglaublich aktuell. Es geht um einen schwarzen Jazzmusiker, der eine Beziehung mit einer weißen Frau aus dem Süden hat – und diese Beziehung, die zart beginnt, scheitert grandios. Und warum diese Beziehung scheitert, den Grund dafür sieht Baldwin im Rassismus."

James Baldwin: "Another Country"
Penguin Classics 2001
448 Seiten, 29,49 Euro


René Aguigah stimmt für Ijoma Mangold "Das deutsche Krokodil. Meine Geschichte"

Abteilungsleiter Hintergrund Kultur und Politik des Deutschlandfunk Kultur

René Aguigah sitzt auf einem schwarzen Sofa und hält das Buch "Das deutsche Krokodil. Meine Geschichte." in die Kamera. (Deutschlandradio – Elke Schlinsog)„Das deutsche Krokodil. Meine Geschichte“ – die Wahl von René Aguigah, Abteilungsleiter Hintergrund Kultur und Politik beim DlfKultur. (Deutschlandradio – Elke Schlinsog)

"Ich wähle dieses Buch deshalb, weil dieses Leben der grelle Beweis dafür ist, das Konzepte wie Grenzen hochziehen und abschließen oder gar Konzepte wie Reinrassigkeit, Konzepte sind, die nichts mit der echten Wirklichkeit zu tun haben."

Ijoma Mangold: "Das deutsche Krokodil. Meine Geschichte"
Rowohlt 2017
352 Seite, 19,95 Euro

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