Aus der Provinz nach oben
Die Wachablösung auf dem deutschen Popzeitschriftenmarkt beginnt ausgerechnet auf dem Bauernhof. Das elterliche Gehöft in Dratum, einem Dörfchen bei Osnabrück, dient dem staatlich geprüften Landwirt und Musikfan Matthias Hörstmann im Dezember 1991 als Basisstation für sein neugegründetes Musikmagazin Intro. Fünf Jahre lang wird Intro in Hörstmanns Jugendzimmer produziert, dann wechselt man in die große Stadt - zunächst nach Osnabrück, später nach Köln, wo Intro bis heute residiert.
Es ist eine Erfolgsgeschichte: Nach und nach steigt Intro zur auflagenstärksten Musikzeitschrift der Republik auf, vorbei an den etablierten Blättern wie Musikexpress, Rolling Stone oder Spex. Der Unterschied bei Intro: Das Heft ist gratis zu haben und wird über die einschlägige Pop-Infrastruktur vertrieben: Plattenläden, Kneipen, Clubs.
Finanziert wird die Zeitschrift über Werbung. Das setzte sie von Beginn an dem Verdacht aus, nur redaktionell dekorierte Promo-Plattform für die Tonträgerindustrie zu sein. Deutschlands Poptheoretiker Diederich Diederichsen meinte einmal, Intro sei keine Zeitschrift, sondern der Quelle-Katalog. Trotz redaktioneller Schwerpunktsetzungen und meinungsstarker Texte verstummte die Kritik nie vollständig, Intro lasse sich ihre Themen von der Veröffentlichungspolitik der Plattenfirmen vorgeben.
Im Jahr 2007 steht allerdings eine weit tiefgreifenderes Problem im Vordergrund: Angesichts einer schwindsüchtigen Tonträgerbranche, der Verlagerung des Popdiskurses in Feuilletons und Bloggosphäre und der Zersplitterung des Popmarktes in eine unübersichtliche Vielfalt von Stilen und Szenen ist die Zukunft nicht nur von Intro, sondern der Popzeitschrift an sich gefährdet.
Sie können ein Gespräch mit "Intro"-Chefredakteur Thomas Venker für begrenzte Zeit in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.
Finanziert wird die Zeitschrift über Werbung. Das setzte sie von Beginn an dem Verdacht aus, nur redaktionell dekorierte Promo-Plattform für die Tonträgerindustrie zu sein. Deutschlands Poptheoretiker Diederich Diederichsen meinte einmal, Intro sei keine Zeitschrift, sondern der Quelle-Katalog. Trotz redaktioneller Schwerpunktsetzungen und meinungsstarker Texte verstummte die Kritik nie vollständig, Intro lasse sich ihre Themen von der Veröffentlichungspolitik der Plattenfirmen vorgeben.
Im Jahr 2007 steht allerdings eine weit tiefgreifenderes Problem im Vordergrund: Angesichts einer schwindsüchtigen Tonträgerbranche, der Verlagerung des Popdiskurses in Feuilletons und Bloggosphäre und der Zersplitterung des Popmarktes in eine unübersichtliche Vielfalt von Stilen und Szenen ist die Zukunft nicht nur von Intro, sondern der Popzeitschrift an sich gefährdet.
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