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Fazit | Beitrag vom 14.05.2020

Auktionshäuser in Zeiten von CoronaGehört die Zukunft der Online-Versteigerung?

Silke Hennig im Gespräch mit Marietta Schwarz

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Ein Auktionator versteigert Edvard Munchs Bild "Der Schrei" (imago images / Xinhua)
Die richtig teuren Bilder werden auch in Zukunft im Saal mit Publikum versteigert, meint Kunstkritikerin Silke Hennig. (imago images / Xinhua)

Des einen Freud, des anderen Leid: Während die meisten Galerien coronabedingt um ihre Existenz bangen, laufen die Geschäfte der Auktionshäuser hervorragend. Allerdings ohne Publikum - die Versteigerungen finden im Internet statt.

Die klassischen Saalauktionen mit Publikum finden zur Zeit wegen Corona kaum statt. Die Häuser seien zum Experiment gezwungen gewesen und hätten alles in reine Online-Versteigerungen umgewandelt, berichtet Kunstkritikerin Silke Hennig. "Und das hat erstaunlich gut geklappt." Auch bei eher hochpreisiger moderner oder zeitgenössischer Kunst.

Denn in Krisenzeiten suchen die Leute nach sicheren Geldanlagen. Banken nehmen Negativzinsen auf große Beträge, also wird in Kunst investiert. Und so melden die großen internationalen Auktionshäuser neue Rekorde bei den Online-Auktionen für Fotografie, Grafik, Schmuck und Malerei. Aber auch mittelständische Unternehmen hierzulande wie das Kölner Auktionshaus Lempertz oder Neumeister in München bestätigen einen großen Zuwachs an Online-Bietern.

Die Auktionen im Internet scheinen auch eine andere Klientel anzusprechen. Von bis zu 40 Prozent neuen Kunden berichtet Hennig. Dass man anonym bieten kann, scheine viele anzuziehen.

Widersprüchliche Zukunftsprognosen

Wie sich der Auktionsmarkt langfristig verändern wird, sei aber kaum abzusehen, meint Hennig. Klar ist: "Der gute alte Auktionskatalog ist ein Auslaufmodell." Die Informationen zu den zu versteigernden Stücken werde es ausschließlich im Netz geben.

Ansonsten seien die Zukunftsprognosen widersprüchlich, berichtet Hennig. Einige glauben, dass alles wieder regionaler wird, "die Jagd nach schönen Stücken nicht mehr um den halben Erdball führt". Andere wiederum beobachten, dass Online-Bieter aus Polen oder Kanada zugegriffen haben. "Da öffnet sich der Raum dank Internet", so Hennig.

Klar ist nur, dass die ganz großen Versteigerungen, Bilder für 60 Millionen Euro und mehr, auch zukünftig live stattfinden werden. "In dieser Preisklasse funktioniert es nur mit Publikum im Saal. Darin stimmen alle überein und auch, dass sich das nicht ändern wird", sagt Silke Hennig.

(beb)

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