Aufklärung als Versöhnungsprozess

Der Direktor des Polnischen Instituts für Nationales Gedenken, Kazimierz Wójcicki, versteht die aktuellen Ermittlungen seines Instituts zu Verbrechen an deutschen Zivilisten nach dem Zweiten Weltkrieg als Teil der Aufarbeitung der deutsch-polnischen Geschichte. Man solle alle Geschehnisse aufklären und öffentlich machen, erklärte Wójcicki.
Es gebe neue staatsanwaltliche Ermittlungen zu Vorfällen in der Grenzregion um Swinemünde im Jahr 1945. Um die Untersuchungen zu unterstützen, würden auch deutsche Zeitzeugen gesucht.

Wójcicki bezeichnete die damalige Situation im Gebiet um Swinemünde als chaotisch. Die Deutschen seien zwangsumgesiedelt worden, und die Kommunisten hätten die Administration neu organisiert. Es habe zudem Dreieckskonflikte zwischen Polen, Russen und Deutschen gegeben. Bei der Aufarbeitung der Geschehnisse nach dem Krieg solle man auch die Kriegszeit berücksichtigen, sagte Wójcicki. Man solle die Arbeit an diesem Kapitel deutsch-polnischer Beziehungen als Versöhnungsprozess verstehen.

Das gesamte Gespräch mit Kazimierz Wójcicki können Sie bis zum 25.7.2008 in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören. MP3-Audio