Auch UNO-Generalsekretär würdigt verstorbenen Jürgen Habermas

Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft haben den Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas gewürdigt. Er war am Samstag im Alter von 96 Jahren im bayerischen Starnberg gestorben. Als einen "Giganten der Philosophie" bezeichnete ihn António Guterres, der Generalsekretär der Vereinten Nationen. Kein Philosoph habe sein politisches Denken so sehr geprägt wie Habermas, teilte Guterres in New York mit. Bundespräsident Steinmeier erklärte, mit dem Verstorbenen verliere Deutschland einen "großen Aufklärer, der die Widersprüche der Moderne durchmessen" habe. Habermas habe sich leidenschaftlich für die Überwindung von Nationalismus und die europäische Einigung als Lehre aus Krieg, Völkermord und totalitärer Herrschaft eingesetzt. Bundeskanzler Merz bezeichnete Habermas als einen der "bedeutendsten Denker unserer Zeit". Dieser habe mit Weitblick und historischer Größe politische und gesellschaftliche Entwicklungen begleitet. Kulturstaatsminister Weimer teilt mit, Habermas habe als Meisterdenker und Philosoph der Bundesrepublik die geistigen Grundlagen der Demokratie geprägt. Man werde seine Stimme vermissen. Bundestagspräsidentin Klöckner sprach von einem der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart. Habermas' Werk erinnere daran, dass Demokratie mehr als Mehrheiten sei, sondern auch "die gemeinsame Suche nach besseren Gründen". Der Linken-Politiker Gysi würdigte Habermas' messerscharfe Analyse, der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Wilmer, die Weite seines Denkens und seine visionäre Kraft.