Seit 09:05 Uhr Kakadu
Sonntag, 24.10.2021
 
Seit 09:05 Uhr Kakadu

Thema / Archiv | Beitrag vom 22.02.2011

Asylpolitik-Experte rechnet mit Flüchtlingsstrom aus Libyen

Tillmann Löhr stellt EU-Grenzpolitik infrage

Schon nach dem tunesischen Umsturz sind auf der italienischen Insel Lampedusa Tausende von Flüchtlingen angekommen. (picture alliance / dpa)
Schon nach dem tunesischen Umsturz sind auf der italienischen Insel Lampedusa Tausende von Flüchtlingen angekommen. (picture alliance / dpa)

Der Asylpolitik-Experte Tillmann Löhr rechnet mit einem Flüchtlingsstrom von Libyen nach Europa, sollte das Regime unter Gaddafi zusammenbrechen. Er fordert von den Ländern der Europäischen Union, im Umgang mit Flüchtlingsströmen aus Afrika ihre Zusammenarbeit mit Drittstaaten zu überdenken.

Der Autor ("Schutz statt Abwehr. Für ein Europa des Asyls") wies besonders auf die bilaterale Zusammenarbeit Italiens mit Libyen hin. Der nordafrikanische Staat bekomme von Italien "erhebliche Geldmengen" dafür, dass er die Grenzen für Flüchtlinge abriegelt. Dort würden diese entweder direkt inhaftiert oder gegebenenfalls in die ursprünglichen Verfolgerstaaten abgeschoben. Italien und die gesamte EU müssten sich fragen lassen: "Wollen wir mit jemandem wie Gaddafi zusammenarbeiten? Wollen wir Flüchtlinge abwehren unter Hinnahme von Menschenrechtsverletzungen?"

Sollte das Regime unter Gaddafi zusammenbrechen, rechnet Löhr mit einem Flüchtlingsstrom von Libyen nach Europa. Gaddafi habe seit Inkrafttreten des Abkommens mit Italien die Kontrollen massiv verstärkt: "Wenn jetzt die Kontrollen auf dem libyschen Gebiet zusammenbrechen, dann kann es in der Tat sein, dass viele der Personen, die Libyen insbesondere als Transitland nutzen, jetzt auf See kommen und sich aufmachen."

Das vollständige Gespräch mit Tillmann Löhr können Sie mindestens bis zum 22.7.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

Linktipp:
Alle Beiträge auf dradio.de zu den Krisen im Nahen und Mittleren Osten im Überblick auf Der arabische Aufstand

Thema

Karl der GroßeKunstsinniger Barbar
Eine Figur Karls des Großen steht am 16.06.2014 in Aachen (Nordrhein-Westfalen) im Centre Charlemagne. Die Ausstellung "Karl der Große, Macht, Kunst, Schätze" ist vom 20.06.2014 bis zum 21.09.2014 in Aachen zu sehen.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Er war einer der Gründungsväter Europas: Karl der Große hat die karolingische Renaissance eingeleitet. Eigentlich sei es ihm aber nur um die Legitimierung seiner Macht gegangen, meint Kunsthistoriker Michael Imhof. Mehr

DDR-GeschichteSieg über den Ort des Grauens
Der ehemalige politische Gefangene Gilbert Furian in einer Gefängniszelle der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vom Verein Menschenrechtszentrum in Cottbus (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Weil er in der DDR Interviews mit Punks publizierte, kam Gilbert Furian in den Cottbuser Knast. In der heutigen Gedenkstätte wird er nun in der Oper "Fidelio" mitsingen - um einen "großen Rucksack Bitterkeit" erleichtert.Mehr

Agenturfotos"Das ist sicher ein Aufbruch"
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin des US-amerikanischen Internetkonzerns Facebook  (picture alliance / dpa / Foto: Jean-Christophe Bott)

Die Karrierefrau, die am Schreibtisch sitzt, oder das schamlose Zeigen von Terroropfern in Afrika - Sheryl Sandberg von Facebook und Pam Grossman von der Bildagentur Getty Image wollen solchen Klischeefotos etwas entgegensetzen. Sie haben die Datenbank "Lean In Collection" gegründet. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur