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Im Gespräch | Beitrag vom 03.09.2021

Arzt Samuel Okae"Mit Liebe geht alles"

Moderation: Katrin Heise

Der Arzt Samuel Samuel Okae trägt einen weißen Arztkittel. Er steht in einem Op-Saal und lächelt in die Kamera. (picture alliance / dpa / Bernd Thissen)
Engagement für die Kinder in Ghana: Anfangs finanzierte Samuel Okae den Bau eines Krankenhaus aus der eigenen Tasche. (picture alliance / dpa / Bernd Thissen)

Solidaritätsmedizin nennt der Arzt Samuel Okae sein Prinzip. Seit zehn Jahren baut er an einem Krankenhaus in Ghana, in dem Kinder unentgeltlich behandelt werden. Begonnen hat der Wahl-Sauerländer als Einzelkämpfer, nun bekommt er viel Unterstützung.

Die Rückkehr in die alte Heimat war ein Schock: Gegen Ende seines Medizinstudiums in Deutschland fuhr Samuel Okae mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst in sein Geburtsland Ghana, um bei einem Malariaprojekt zu helfen. Dort sah der Sohn einer ghanaischen Mittelschichtfamilie, wie schlecht die medizinische Versorgung der Armen im Lande ist.

"Wenn man arm ist, hat man keine Chance", erkannte Okae. Besonders bedrückt ihn die hohe Kindersterblichkeit in Ghana: Malaria, Lungenentzündung – solche eigentlich heilbaren Krankheiten töten viele Kinder, wenn die Eltern kein Geld für die medizinische Behandlung haben.

Ein Krankenhaus bauen aus eigener Tasche

Zurück in Deutschland schloss Okae sein Studium ab, seither arbeitet er als Krankenhausarzt und steckt sein ganzes Geld in sein Projekt: Ein Krankenhaus in Ghana bauen, in dem Kinder unter fünf Jahren unentgeltlich behandelt werden können. "Am Anfang haben viele gedacht, das ist ein Scherz", erinnert sich Okae.

Hier geht es zur Denkfabrik 2021. Auf der Suche nach dem Wir. (Foto: Deutschlandradio / Malte Müller)

"Sparen – bauen, sparen – bauen", so ging das über Jahre, denn zunächst finanzierte der Arzt sein Projekt aus eigener Tasche. Doch allmählich sprach sich sein Engagement in Nordrhein-Westfalen herum, wo Okae lebt.

Inzwischen bekommt er viele Geld- und Sachspenden – auch mal eine komplette Ausstattung an Krankenhauswäsche. Wenn er nach Ghana fliegt, um dort den Baufortschritt zu begutachten, begleiten ihn oft deutsche Handwerker, die auf eigene Kosten beim Bau helfen.

Solidaritätsmedizin

Das Projekt ist ambitioniert: 130 Betten soll das Haus einmal haben, mehrere OP-Säle. Ein Teil der Betten wird dann zahlenden Privatpatienten vorbehalten sein, die Einnahmen daraus sollen in die kostenlose Behandlung Bedürftiger, vor allem Kinder, fließen. Gewinn zu machen ist nicht beabsichtigt. "Solidaritätsmedizin" nennt Okae dieses Prinzip.

Mittlerweile ist seine Klinik in einem Vorort der ghanaischen Hauptstadt Accra zu 70 bis 80 Prozent fertig. Doch es fehlen noch mehr als 200.000 Euro, damit das Haus eröffnet werden kann.

Unermüdlich wirbt Okae Spenden ein, organisiert den Transport von Material und Ausrüstung nach Afrika, überwacht auch aus der Ferne den Bau. Außerdem arbeitet der Familienvater mit fünf Kindern als Oberarzt in einer Klinik in Hemer bei Iserlohn.

Nicht einfach, das alles unter einen Hut zu bringen, räumt Okae ein. Aber "mit Liebe geht alles". Wenn die Klinik fertig ist, will Okae mit seiner Familie nach Ghana übersiedeln, um sein Krankenhaus zu leiten.

Mehr Informationen über das Krankenhausprojekt von Samuel Okae finden Sie hier.

(pag)

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