Arundhati Roy sagt Berlinale-Teilnahme wegen Aussage von Wim Wenders ab

Die Berlinale hat gerade begonnen, da hat die 76. Ausgabe schon wieder einen Eklat hervorgebracht, der den Gazakrieg betrifft. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy sagte ihre Teilnahme an dem Filmfestival ab, weil sie sich an einer Aussage von Jurypräsident Wim Wenders stieß, wie Spiegel Online berichtet. Der 80jährige Regisseur, der Filme wie "Der Himmel über Berlin" und "Perfect Days" gedreht hat, wurde nach der Haltung der Bundesregierung zum Gazakrieg gefragt. Wenders antwortete, Filmemacher sollten sich aus der Politik heraushalten, sie seien das Gegengewicht zur Politik. Arundhati Roy ("Der große Gott der kleinen Dinge") nannte die Aussage, dass Kunst nicht politisch sei laut Spiegel Online "unfassbar". Es werde eine Diskussion "über ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit unterbunden". Künstler, Schriftsteller und Filmemacher sollten alles in ihrer Macht Stehende tun, um es zu stoppen. Roy hatte das Drehbuch zu dem Film "In Which Annie Gives It Those Ones" von 1989 geschrieben, das im Rahmen des Klassikprogramms des Filmfestivals gezeigt wird. Persönlich dabei sein will sie nach Wenders Äußerungen nicht mehr. Schon 2024 und 2025 hatte der Gazakrieg für heftige Diskussionen über die Berlinale gesorgt. Im ersten Jahr nutzten Preisträger die Bühne für politische Statements. Im Jahr darauf wurde eine Erklärung verlesen, die Deutschland des Genozids bezichtigte.