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Tonart | Beitrag vom 26.08.2020

Archiv für rappende FrauenFrauen und Hip-Hop geht nicht? Geht doch!

Nely Daja im Gespräch mit Carsten Beyer

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Akua Naru forscht an der Harvard University zum Thema Rap.

Im Hip-Hop-Genre haben eindeutig die Männer die Oberhand und die Stimme. Ein Archiv will das jetzt ändern. Was zunächst trocken klingt, soll jenen Gehör verschaffen, die bisher kaum wahrgenommen werden.

Frauen im Hip-Hop haben es schwer. Obwohl es eine ganze Reihe großartiger Musikerinnen gibt, wird das Genre noch immer von Männern dominiert. Nicht wenige davon reüssieren mit Machotum und Chauvinismus.

Um die Sichtbarkeit von Frauen im Hip-Hop zu verbessern und ihre Geschichte besser dokumentieren zu können, plant die Initiative Keepers nun ein Archiv zur Geschichte des weiblichen Hip-Hops.

Idee entstand in Harvard

Die Idee stamme von der Rapperin und Wissenschaftlerin Akua Naru, mit der sie befreundet sei, sagt Sängerin und Musikerin Nely Daja, die Teil des Keepers-Teams ist. Sie habe einen hochdotierten Preis der Harvard University bekommen und dann bemerkt, dass sie die erste Frau war, die diesen Preis bekommen hat. Daraufhin habe sie es sich zur Aufgabe gemacht, ein Archiv aufbauen, das sich darum kümmert, die Arbeit und die Musik von Schwarzen Frauen zu sammeln.

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Bei dem Archiv gehe es um Hip-Hop, aber auch um wissenschaftliche Projekte, sagt Daja. "Und dass man einen Pool an Wissen bildet, der uns allen einen sicheren Grund gibt, von dem aus wir arbeiten können." Dass die Arbeit von Frauen nicht verschwindet, sondern dass wir Frauen uns vernetzen. "Wenn schon die Welt quasi keinen Blick wirft auf uns, dass wir einen Blick auf uns werfen und von uns für uns schreiben." Gleichzeitig solle es eine digitale Welt für junge Frauen im Hip-Hop und auch anderen Musikrichtungen werden, "auf die sie zurückgreifen zu können und und eine Community aufbauen und Ressourcen teilen."

Frauen Gehör verschaffen

Neben Artikeln werde auch Musik zu finden sein, erklärt Daja. "Aber es geht nicht darum, Musik zu konsumieren, sondern, sich zu vernetzen. Und denjenigen, die bis jetzt noch nicht so viel Gehör gefunden habe, eine Stimme zu geben."

Finanziert werden soll das Projekt durch eine Crowdfunding-Kampagne. In den ersten beiden Tagen seien bereits 10.000 Dollar zusammengekommen. Ziel seien 100.000 Dollar, so Daja.

(abr)

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