Archäologische Ausgrabungen im Irak zum Erliegen gekommen

    Luftbildaufnahme der antiken Stadt Babylon, rund 100 Kilometer südlich von Bagdad im Irak am 8. November 2021. Die Ruinen wurden beim Bau eines Palastes für Saddam Hussein in den 90ern und bei der US-Invasion 2003 beschädigt.
    Luftbildaufnahme der antiken Stadt Babylon. Eine jetzt entzifferte Keilschrift lobt die Schönheit der Stadt. © picture alliance / AA / Karar Essa
    Durch den Konflikt im Nahen Osten sind auch die archäologischen Ausgrabungen im Irak zum Erliegen gekommen. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet etwa von der Archäologin Adelheid Otto, deren deutsch-irakisches Team zu Kriegsbeginn jahrtausendealte Keilschrift-Tafeln an der Stätte von Shuruppak gefunden hatte - einer ehemals sumerischen Stadt im Süden des Iraks. Die 59-Jährige Forscherin von der Ludwig-Maximilians-Universität München habe das Land umgehen verlassen müssen und nur noch zwei Tage für die Katalogisierung der Funde aushandeln können. Normalerweise sollten etwa sechzig archäologische Expeditionen – darunter aus Frankreich, Italien, den USA, Deutschland und Großbritannien – im Irak sein, berichtet AFP weiter. Doch alle seien abgereist. Auf der Strecke bleibe dabei auch die Weiterbildung irakischer Archäologen durch ihre ausländische Kollegen. Die archäologischen Techniken hätten sich in den letzten 20 Jahren stark weiterentwickelt, so Adelheid Otto. Der Irak war wegen Konflikten und Embargozeiten lange von diesem Fachwissen abgeschnitten.