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Fazit | Beitrag vom 25.03.2019

Apple stellt Zukunftspläne vorHalbherziger Start ins Streaming-Geschäft

Marcus Schuler im Gespräch mit Gabi Wuttke

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Apple Chef Tim Cook bei einer Produktvorstellung im September 2018 in Cupertino (imago stock&people/Karl Mondon)
Apple-Chef Tim Cook setzt künftig auf neue Geschäftsfelder jenseits von Iphone und Mac Hardware (imago stock&people/Karl Mondon)

Netflix, Amazon Prime & Co. – das sind die Konzerne, die um das beste Geschäftsmodell im Streamingmarkt kämpfen. Jetzt hat auch Apple seine Pläne vorgestellt. Das Tech-Unternehmen müsse viel mehr Geld investieren, meint der Journalist Marcus Schuler.

Weil der Hardwaremarkt gesättigt zu sein scheint, baut Apple sein Geschäftsmodell grundlegend um und steigt in den Streamingmarkt ein. Der Konzern habe bei der Vorstellung in Cupertino allerdings keine Preise für eine Streaming-Flatrate bekannt gegeben, berichtet der Journalist Marcus Schuler im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur.

"Ähnlich wie Amazon wird Apple in seiner neuen 'Plus'-App Bezahlsender huckepack nehmen. Man kann also innerhalb der App andere Anbieter gegen eine monatliche Gebühr abonnieren. Apple erhält dann gut dreißig Prozent der Einnahmen."

Der Vorteil sei, dass man dann in der Anwendung von Apple bleiben könne, ohne in die App des Bezahlsenders zu wechseln.

Mit Hollywood-Stars punkten

Apple investiere rund eine Milliarde Dollar für das Streamingangebot. So auch in Star-Regisseur Steven Spielberg:

"Der dreht gerade eine Sci-Fi Serie unter dem Titel 'Amazing Stories'. Auch Reese Witherspoon und
Jennifer Aniston stehen gemeinsam vor der Kamera."

Verglichen mit den 10 Millarden Dollar, die Konkurrent Netflix in selbstproduzierte Serien und Spielfilme 2019 investiere, sei dies allerdings nur ein halbherziger Start von Apple, so Schuler.

Den Preis für die Flatrate habe Apple allerdings bei der Vorstellung der Zukunftspläne noch nicht bekannt gegeben.

"Ich vermute mal, dass man den Start des Konkurrenten Disney abwarten will. Apple wird vermutlich entweder eine Abo-Gebühr verlangen – monatlich um die zehn Dollar – oder eine Alternative wäre, sich für die einzelnen Abrufe bezahlen zu lassen."

Streaming gegen die schwächere Nachfrage nach iphones

Nachdem sich das iphone weder in Asien, noch in Europa und den USA nicht mehr so gut verkaufe, suche Apple nach neuen Erlösquellen wie beispielsweise das Streaming.

"Doch wenn man in diesen Markt reingeht, muss man vermutlich deutlich mehr Geld in die Hand nehmen und deutlich mehr Serien anbieten, um die Zuschauer langfristig zu binden."

In den nächsten Monaten werde es sehr spannend sein, welcher Streamingdienst sich schlussendlich am besten behaupten könne.

"Diese gut gemachten Serien werden vor allem gesucht bei Netflix, Amazon und anderen. und da muss man sich jetzt mal sehr genau angucken, wo sich Apple positionieren wird. Das Unternehmen sitzt auf sehr, sehr viel Geld und könnte sehr lange in diesem Wettbewerb mitmischen."

(mle)

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