Appell an die Bundeskanzlerin

    NRW-Kultursekretariate fordern kommunalen Rettungsschirm

    08:45 Minuten
    Ein leerer Stuhl steht auf einer Theaterbühne.
    Die Förderung der Kultureinrichtungen soll über die kommenden fünf Jahre hinweg fortgesetzt werden, fordern die Kultursekretariate. © picture-alliance/ ZB | Arno Burgi
    Chirstiane Zangs im Gespräch mit Sigrid Brinkmann · 04.12.2020
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    Noch gibt es Kulturförderungen von Bund und Ländern. Doch was, wenn diese auslaufen? Die NRW-Kultursekretariate befürchten, dass die Kultur kommenden Sparzwängen zum Opfer fallen könnte, und richten einen Appell an die Bundeskanzlerin.
    Die Kultursekretariate in Nordrhein-Westfalen sind für die kommunale Kulturförderung zuständig und vertreten rund 100 Städte. In einem offenen Brief an die Kanzlerin fordern sie "einen Rettungsschirm für die Kultur". Das Schreiben endet mit der Bitte, "die Kultur zu stärken, wo Demokratie täglich gelebt und erstritten werden muss: in den Städten und Gemeinden".


    Unterzeichnet hat den Brief unter anderen Christiane Zangs. Sie ist die Vorsitzende des Kultursekretariats Wuppertal, das die 21 größten Städte in Nordrhein-Westfalen vertritt. "Wenn wir keine Künstler mehr haben, dann nützt mir auch ein Gebäude, ein Theater nichts mehr. Für diese Künstler braucht es eine Perspektive", sagt sie. Es gehe darum, für die Zeit nach Corona gewappnet zu sein.

    Ohne Kommunen kaum Kultur

    Mit dem Brief ist keineswegs eine Kritik an den bisherigen Förderungen durch den Bund oder das Land Nordrhein-Westfalen verbunden, wie sie erklärt. Für diese sei man sehr dankbar. Vielmehr will man erreichen, dass die Kommunen als dritte Partei an den Beratungen über Corona-Maßnahmen, die die Kultur betreffen, teilnehmen. Neben dem Bund und den Ländern sollen auch die Städte miteinscheiden können. Schließlich seien sie es, "die hauptsächlich Geld für die Kultur ausgeben".
    "Immer dann, wenn haushalterische Probleme auftreten, blutet die Kultur", sagt Zangs, die seit mehr als 30 Jahren im Kulturbereich arbeitet. "Man muss sehen, dass die Kultur schon jetzt geschwächt ist. Und wenn dann solche Rettungsschirme nicht mehr funktionieren, besteht die Gefahr, dass tatsächlich Infrastruktur wegbricht." Deshalb sei der Zeitpunkt richtig, sich jetzt darüber Gedanken zu machen, wie man "in den nächsten fünf Jahren mit der Kultur, mit den Kulturschaffenden" umgehen wolle, sagt die Vorsitzende des Kultursekretariats Wuppertal.
    (ckr)
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