Antisemitismus-Vorwurf: Folkwang beendet Kooperation mit Kurator

    Außenansicht des Folkwang Museums in Essen
    Die Ausstellung "Wir ist Zukunft. Visionen neuer Gemeinschaften" wird am 24. November eröffnet. © picture alliance / Horst Ossinger / Horst Ossinger
    22.11.2023
    Das Museum Folkwang hat die Zusammenarbeit mit dem in den USA lebenden Kurator und Autor Anaïs Duplan beendet. Grund sei, dass Duplan über Instagram zur Unterstützung des Netzwerkes BDS aufgerufen habe, erklärte das Museum. Duplan sollte für die Ausstellung "Wir ist Zukunft. Visionen neuer Gemeinschaften" in dem Essener Museum ein Kapitel über den "Afrofuturismus" kuratieren. Die Ausstellung wird am 24. November eröffnet. Die Trennung erfolge nicht aus künstlerisch-kuratorischen Gründen, "sondern ausschließlich aus Gründen der persönlichen Parteinahme des Kurators für die Kampagne des BDS, die das Existenzrecht Israels in Frage stellt", heißt es in einer Stellungnahme des Museums. Das Museum verwies auf eine Resolution des Deutschen Bundestages, der das Netzwerk als antisemitisch eingestuft habe. Duplan kritisierte via Instagram die Entscheidung. Er sei völlig sprachlos, nachdem er mehr als ein Jahr für die Ausstellung gearbeitet habe, schrieb er. In einem Interview mit dem US-Kunstblog und -magazin Hyperallergic warf er dem Museum vor, es lasse jeden Versuch vermissen, einen wirklichen Dialog über Antisemitismus zu führen. Auch der Zeitpunkt der Kündigung so kurz vor Beginn der Ausstellung sei irritierend. Er habe schon vorher wochenlang zu dem Thema gepostet.