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Studio 9 | Beitrag vom 25.07.2016

Ansbach27-Jähriger zündet Sprengsatz in Menschenmenge

Ein Polizist arbeitet in Ansbach am Tatort. (dpa / picture alliance / Daniel Karmann)
Ein Polizist arbeitet in Ansbach am Tatort. (dpa / picture alliance / Daniel Karmann)

Bei einem Sprengstoffanschlag im bayerischen Ansbach sind der mutmaßliche Täter ums Leben gekommen und mindestens zwölf Menschen verletzt worden. Bei dem Angreifer handelt es sich um einen 27 Jahre alten Syrer.

Bei einer Explosion in der Innenstadt von Ansbach ist am Abend ein Mensch getötet worden. Zwölf weitere seien verletzt worden, drei von ihnen schwer, sagte ein Polizeisprecher noch in der Nacht.

Bei dem getöteten Mann handelt es sich nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) um den Tatverdächtigen, einen 27 Jahre alten Mann aus Syrien, der bereits seit zwei Jahren in Deutschland lebe. Vor einem Jahr sei sein Asylantrag abgelehnt worden. Zudem sei bekannt, dass der Verdächtige bereits wegen Suizidversuchen in Behandlung gewesen sei. Es werde geprüft, ob ein islamistischer Hintergrund vorliege.

Die Explosion ereignete sich in der Nähe eines Open-Air-Musikfestivals, das zur gleichen Zeit in der mittelfränkischen Stadt stattfand. 

Zentrum von Ansbach wurde abgeriegelt

Der Inhalt des Rucksacks, den der Täter bei sich trug, sei geeignet gewesen, mehr Menschen zu töten. Genaueres müssten die Ermittlungen zeigen. Polizeiangaben zufolge waren weit verstreut Metallteile aufgefunden worden.

Der Rucksack eines 27-jährigen der zuvor einen Sprengsatz zur Explosion gebracht hatte liegt am 25.07.2016 in Ansbach (Bayern) am Tatort. (pa/dpa/Karmann)Der Rucksack des 27-jährigen Täters in Ansbach am Tatort. (pa/dpa/Karmann)

Es sei aber unklar, ob der Mann nur sich selbst habe töten oder auch andere Menschen mit in den Tod habe reißen wollen.

Der Sprengsatz detonierte gestern Abend kurz nach 22 Uhr am Eingang zu einem Musikfestival in der mittelfränkischen Stadt. Etwa 2000 Menschen hätten sehr ruhig und geordnet herausgebracht werden können, . Das Zentrum von Ansbach wurde abgeriegelt. Rund 200 Polizeibeamte waren im Einsatz.

Die Innenstadt der mittelfränkischen Stadt Ansbach in einer Luftaufnahme (dpa)Die Innenstadt der mittelfränkischen Stadt Ansbach. (dpa)

Es war die dritte Attacke in Bayern innerhalb von einer Woche. Am Montag hatte ein Flüchtling  in Würzburg in einer Regionalbahn Menschen mit einem Beil und Messern angegriffen. Am Freitag war in München ein Schüler Amok gelaufen und hatte mehrere Menschen erschossen.

Herrmann will Gesetzesänderungen

Herrmann forderte als Konsequenz strikte Gegenmaßnahmen. "Wir müssen sehen, dass neben vielen Flüchtlingen mit schlimmen Schicksalen auch Leute in unser Land kommen oder gekommen sind, die eine echte Gefahr für die Sicherheit der Menschen in unserem Land darstellen", sagte er. "Das können wir nicht hinnehmen." Da müssten "konsequente weitere Wege" beschritten werden.

Herrmann will auf Gesetzesänderungen auf Bundesebene pochen. Dabei gehe es etwa um das Strafrecht und um aufenthaltsrechtliche Fragen, sagte der CSU-Politiker. "Wir müssen auch anderen deutlich machen: Jeder hat die Rechtsordnung dieses Landes zu akzeptieren."

Ansbach, München: Bayern kommt nicht zur Ruhe. Wir haben in unserer Sendung "Studio 9" mit unserem Kollegen Burkhard Schäfers gesprochen.

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