Seit 22:03 Uhr Musikfeuilleton
Freitag, 17.09.2021
 
Seit 22:03 Uhr Musikfeuilleton

Kompressor | Beitrag vom 14.09.2021

Anonymous und der Hildmann-LeakMehr Aufmerksamkeit als Schaden?

Josef Holnburger im Gespräch mit Christine Watty

Attila Hildmann, Kochbuchautor und Anti-Corona-Aktivist, spricht bei einer Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen im Lustgarten und setzt sich eine ABC-Schutzmaske auf. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)
Im Juli 2020 hatte Attila Hildmann bei Protesten gegen die Coronamaßnahmen noch ein Bühne. Seit er sich in die Türkei abgesetzt hat, ist es um den Verschwörungsideologen ruhiger geworden. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)

Die Hackeraktion des Kollektivs Anonymous gegen den Verschwörungsideologen Attila Hildmann war "vielleicht nicht die beste Idee", meint der Politologe Josef Holnburger. Hildmann sei kaum noch gehört worden, jetzt bekomme er wieder Aufmerksamkeit.

Das Hackerkollektiv Anonymous hat zwei Telegramkanäle und zwei Websites des Verschwörungsideologen Attila Hildmann übernommen – und wurde dafür jetzt von Twitter gesperrt.

Verständliche Empörung

Was Twitter dazu bewogen habe, könne er sich nicht erklären, sagt Josef Holnburger vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS), einer gemeinnützigen Organisation, die zu den Themen Verschwörungsideologien, Desinformation, Antisemitismus und Rechtsextremismus arbeitet.

"Entsprechend kann ich die Empörung schon ein bisschen verstehen, die auf Twitter derzeit herrscht", so Holnburger.

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Andererseits habe Anonymous auch sehr private Daten von Attila Hildmann veröffentlicht:

"Ich rede da von einer Telefonnummer, die derzeit auch auf den Kanälen zu finden ist. Und das ist natürlich eine Information, wo man auch sagen muss: Auch Attila Hildmann hat in gewisser Weise noch ein paar Persönlichkeitsrechte."

"Veröffentlichung vielleicht nicht die beste Idee"

Noch aus einem weiteren Grund sieht Holnburger die Anonymous-Aktion durchaus kritisch: Denn sie verschaffe Hildmann mehr Aufmerksamkeit, als dieser in den letzten Monaten innerhalb der verschwörungsideologischen Szene gehabt habe.  

"Er wurde kaum noch gehört", sagt Holnburger. Hildmann werde wohl versuchen, die Aktion dazu zu nutzen, um zu einer größeren Reichweite zu kommen.

"Ich glaube, dass deswegen die Abwägung, die dieses Kollektiv getroffen hat, diese Informationen zu veröffentlichen, vielleicht gar nicht so die beste Idee war."

(uko)

Mehr zum Thema

Nach Aktion von Hacker-Gruppe - Attila Hildmann - das letzte Kapitel?
(Deutschlandfunk, @mediasres, 14.9.2021)

Messengerdienst Telegram - Darknet für die Hosentasche
(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 24.8.2021)

Eingeschränkter Kanal - Telegram geht offenbar gegen Attila Hildmann vor
(Deutschlandfunk, @mediasres, 9.6.2021)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

Umbenennung von BildernKunstwerke im Diskriminierungscheck
Die Figur eines reitenden osmanischen Paschas auf einer Automatenuhr aus dem 17. Jahrhundert als Ausstellungsstück in einem Museum. (imago / Sylvio Dittrich)

In vielen Titeln von Kunstwerken spiegelt sich historisch tradierter Rassismus. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben deswegen 143 Objekte aus ihrem Bestand umbenannt. Die alten Titel bleiben trotzdem, sagt Generaldirektorin Marion Ackermann.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur