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Tonart | Beitrag vom 17.11.2020

AnnenMayKantereit: "12"Schamlos emotional

Jenni Zylka im Gespräch mit Oliver Schwesig

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Promofoto von AnnenMayKantereit. Die Mitglieder der Band blicken leicht verschwommen in die Kamera. (Martin Lamberty)
Es knackt, kracht und rauscht: AnnenMayKantereit melden sich aus dem Nebel der Pandemie mit einem neuen Album zurück. (Martin Lamberty)

Kurze Stücke, assoziative Texte. Atmosphärisch kommt das neue AnnenMayKantereit-Album düster daher, zugleich politisch und wie immer sehr emotional. "12" heißt die Konzeptplatte, die davon handelt, dass es für eine Rettung der Welt zu spät ist.

Heute Nacht gab es eine Überraschung in der deutschen Rock- und Popwelt: Die Kölner Band AnnenMayKantereit hat um Mitternacht ein neues Album herausgebracht.

Es ist ihr drittes nach den beiden erfolgreichen Studioalben "Alles nix Konkretes" und "Schlagschatten", es heißt "12" und ist – wie auch sonst – komplett im Lockdown entstanden.

Auf altmodische Art politisch

Die Musikjournalistin Jenni Zylka nennt das Album "auf eine altmodische, aber immer noch dringliche Art politisch". Trotz einiger sehr schöner und auch hoffnungsvoller Stücke überwiege eine gewisse Traurigkeit, fast Bitterkeit.

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Inhaltlich gehe es um den momentanen Zustand der Welt. Den Titel "12" habe die Band gewählt, weil es eben nicht mehr "fünf vor zwölf" sei, sondern: zwölf.

"Die sind halt, wie üblich, schamlos emotional auf dieser Platte", sagt Zylka.

Am Puls gesellschaftlich bewusster Menschen

Musikalisch falle das Album gegenüber den beiden ersten, "Alles nix Konkretes" und "Schlagschatten" etwas ab, könne dafür aber mit Authentizität punkten:

"Ich glaube, dass das Album die momentane Stimmung junger und gesellschaftlich bewusster Menschen eigentlich doch ziemlich gut auffangen kann."

Die 16 Stücke seien teilweise sehr kurz, das Album insgesamt eine Konzeptplatte, von der die Band selbst sich wünsche, dass sie am Stück gehört wird:

"Das hat etwas von einem Theaterstück oder einem Musical."

(huc)

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