Seit 00:05 Uhr Das Podcastmagazin
Montag, 12.04.2021
 
Seit 00:05 Uhr Das Podcastmagazin

Interview / Archiv | Beitrag vom 01.03.2019

Andreas Speit zum Richtungsstreit der AfD"Die Nerven liegen in diesem Milieu blank"

Moderation: Julius Stucke

Beitrag hören Podcast abonnieren
13.10.2018, Thüringen, Arnstadt: Alexander Gauland (r), AfD Bundessprecher, gratuliert AfD-Landessprecher Björn Höcke beim Landesparteitag der AfD Thüringen nach dessen erfolgreichen Wahl zum Spitzenkandidaten für die Thüringer Landtagswahl 2019. Der Wahlgang dauerte ungewöhnlich lange. Foto: Arifoto Ug/Michael Reichel/dpa | Verwendung weltweit (picture alliance / dpa / Arifoto Ug / Michael Reichel)
Alexander Gauland (r.) gratuliert Björn Höcke beim Landesparteitag der AfD Thüringen nach dessen erfolgreichen Wahl zum Spitzenkandidaten für die Thüringer Landtagswahl 2019. (picture alliance / dpa / Arifoto Ug / Michael Reichel)

Die rechtskonservative "Junge Freiheit" rechnet in ihrer aktuellen Ausgabe mit dem thüringischen AfD-Landeschef Björn Höcke ab. Hintergrund sei ein scharfer Konflikt über die Zukunft der Partei, sagt der Journalist Andreas Speit.

Die "Junge Freiheit" rechnet scharf mit dem thüringischen AfD-Landeschef Björn Höcke ab und nennt ihn ein "ideologisches Irrlicht". Das Leitmedium des Rechtskonservatismus warnt die AfD zudem vor "Selbstradikalisierung" und einem "Weg in den eskapistischen Untergang".

Eine Neu-Positionierung im rechten Milieu sei unübersehbar, sagt dazu der Journalist Andreas Speit. Dahinter stehe die Angst, Wähler und Mitglieder zu verlieren, sollte der Verfassungsschutz die AfD beobachten.

Angst vor Verlust von Wählern und Mitgliedern

Speit sagt in unserem Programm: "Wir haben in den letzten Monaten immer mehr erleben dürfen, dass im Kontext der Diskussion der Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz die Nerven in diesem Milieu wirklich blank liegen. Es herrscht einfach die Angst, dass mit der Beobachtung des Verfassungsschutzes sie einerseits Wählerschaft als auch Mitglieder verlieren könnten."

Die "Junge Freiheit" habe schon früher vorsichtig gewarnt, dass Björn Höcke eigentlich die Radikalisierung der AfD mit seinem Flügel vorantreiben würde, sagt Speit. Dieser Höcke-Flügel umfasse circa 11.000 Personen - "wirklich eine Hausmacht" - wohl ein Drittel der Partei.

Die "Junge Freiheit" fürchte, dass das moderate konservative Klientel für die AfD verloren gehen könne - "und sie befürchtet auch, dass der große Traum, den sie alle hatten, rechts von der Union – und bitte nur bildlich verstehen: links von der NPD – endlich eine Partei zu etablieren, dass der wieder platzen könnte".

"Burgfrieden ist zu Ende"

Die zentrale Frage sei nun, ob die AfD "eine bewegungsorientierte Partei" sein wolle, "wie das Herr Höcke nennt". Oder ob sie sich auf Regierungsebene koalitionsfähig zeigen möchte.

Gegen die "Junge Freiheit" positioniere sich Götz Kubitschek, einer der Mitbegründer des Instituts für Staatspolitik. Auch AfD-Fraktionschef Alexander Gauland habe sich immer wieder schützend vor Björn Höcke gestellt, betont Speit. Die beiden seien wesentlich enger miteinander verwoben als das oft in den Medien wahrgenommen werde.

Lange habe man "Burgfrieden" unter den Lagern gehalten. "Und man erlebt jetzt eigentlich, dass dieser Burgfrieden zu Ende ist, und das ist wirklich ein entscheidender Schritt."

(huc)

Mehr zum Thema

Verwaltungsgerichts-Entscheid - Verfassungsschutz darf AfD nicht "Prüffall" nennen
(Deutschlandfunk, Informationen am Abend, 26.02.2019)

Meinungsfreiheit - Wo die Grenzen des Sagbaren liegen
(Deutschlandfunk, Aus Kultur- und Sozialwissenschaften, 21.02.2019)

Historiker Wolffsohn - "Das Gedenken geht an der Bevölkerung vorbei"
(Deutschlandfunk, Interview, 31.01.2019)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

Brüder und SchwesternSeid barmherzig miteinander!
Auf einem Bild des Malers Sturtevant J. Hamblin sind zwei Schwestern mit ihrem kleinen Bruder zu sehen. Es wurde um das Jahr 1850 herum gemalt. (picture alliance / dpa / Heritage Art / Heritage Images / Sturtevant J. Hamblin)

Brüder und Schwestern begleiten sich das ganze Leben lang - ob sie wollen oder nicht. Die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Inés Brock betont die Bedeutung der geschwisterlichen Beziehungen und wirbt für Nachsicht untereinander.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur