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Konzert / Archiv | Beitrag vom 29.10.2013

Andantino auf Welle 400

90 Jahre Musik im Radio

Das Voxhaus mit dem Schriftzug der Plattenfirma Vox (circa 1923).   (Deutsches Rundfunkarchiv DRA)
Das Voxhaus mit dem Schriftzug der Plattenfirma Vox (circa 1923). (Deutsches Rundfunkarchiv DRA)

"Achtung, hier Sendestelle Berlin, Vox-Haus, auf Welle 400 …" - Mit dieser Ankündigung nahm am 29. Oktober 1923 der Rundfunk in Deutschland seinen offiziellen Betrieb auf. Diese Stunde null des Radios schlug Punkt 20.00 Uhr. Und sie dauerte tatsächlich nur eine Stunde.

Das Programm wurde aus dem Stammsitz der "Vox-Schallplatten und Sprechmaschinen AG" am Potsdamer Platz in Berlin ausgestrahlt. Es enthielt Opernarien, zeittypische Salon-Piecen und Einzelsätze aus populären Klassikwerken, darunter Schumanns "Träumerei", eine Arie aus Verdis "Il Trovatore" und Fritz Kreislers "Andantino im Stile von Padre Martini", aufgenommen mit einem Mikrofon, das auf einem Stapel von Telefonbüchern platziert war.

Im ersten Teil unseres Themenabends "90 Jahre Musik im Radio" wird Wilfried Bestehorn dieses erste Radiokonzert rekonstruieren. Historische Aufnahmen werden mit O-Tönen von Zeitzeugen und Pressemitteilungen ergänzt.

Im zweiten Teil stellt Ruth Jarre Musik vor, die im Laufe der Jahrzehnte für das Medium Radio komponiert worden ist. Darunter Werke von Paul Hindemith, Ernst Toch, Kurt Weill und John Cage, der in seinen "Imaginary Landscapes" für zwölf
Rundfunkempfänger das Medium erstmals als Instrument einsetzte.


Themenabend Musik
Gruppenbild mit Mikrofon
90 Jahre Musik im Radio

Andantino auf Welle 400
Die Geburtsstunde des Rundfunks in Deutschland - Eine Rekonstruktion
Von Wilfried Bestehorn

ca. 21:00 Uhr Nachrichten

Imaginäre Klanglandschaften
Radiokunst aus der Anfangszeit

Paul Hindemith
"Sabinchen", Musikalisches Hörspiel nach einem Text von Robert Seitz
Rekonstruktion der Instrumentation der Ursendung in der Funk-Stunde Berlin durch Ernst Theis

Max Butting
Sinfonietta mit Banjo op. 37.1 - Rundfunkmusik für Orchester

Sabinchen - Jeanette Oswald
Schuster - Bernd Könnes
Radioansager - Wolfgang Schaller
Staatsoperette Dresden
Leitung: Ernst Theis

Walter Gronostay
"Mord", Ein Hörspiel (1929)
(instrumentiert von Bart Visman, 1999)

Fabrikdirektor - Elmar Andree
Seine Frau - Elke Kottmair
Der Freund - Christian Grygas
Dienstmädchen - Inka Lange
1. Telefonistin - Tanja Höft
2. Telefonistin - Manja Freitag
Polizist - Hans-Jürgen Wiese
Sprecher - Marcus Günzel
Ansager - Wolfgang Schaller
Herrenchor der Staatsoperette Dresden
(Einstudierung: Thomas Runge)
Orchester der Staatsoperette Dresden
Leitung: Ernst Theis

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