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Konzert / Archiv | Beitrag vom 21.11.2014

Alte MusikKlingende Früchte

Aufzeichnung aus Zeitz

Kammerchor Josquin des Prez unter der Leitung von Ludwig Böhme. (Nicole Meier / MBM)
Kammerchor Josquin des Prez im Zeitzer Dom (Nicole Meier / MBM)

Auch der große Johann Sebastian Bach fiel nicht vom Himmel, sondern erntete die Früchte der Reformation und der Arbeit der Thomasschule in Leipzig – Luther und die musikalischen Folgen beleuchtet ein Konzert beim Heinrich-Schütz-Musikfest.

Johann Sebastian Bach ist zweifelsohne der bekannteste Thomaskantor. Er trat das Leipziger Amt im Jahre 1723 an. Zu dieser Zeit existierten Schule und Chor der Thomaner schon 500 Jahre. Im Jahre 1212 hatten Augustiner-Chorherren das Stift zu St. Thomas gegründet. Von Beginn an war es an eine Schule angeschlossen. Die Schule findet in einer Urkunde von 1254 erstmals urkundliche Erwähnung. Die Bildungsstätte war vornehmlich Söhnen armer Leipziger Schulen zugänglich, Musik spielte im Schulleben immer eine entscheidende Rolle. Anfänglich zwölf und bald darauf 24 Knaben bildeten den Chor des Stifts.

Lange Zeit musste der Schulmeister diesen Chor quasi nebenbei leiten. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts allerdings bemühte man sich um Einstellung eines externen Kantors, denn die musikalischen Verpflichtungen wurden vielfältiger und vielgestaltiger. Im Verlauf der Zeit wuchs die regionale, aber auch die überregionale Bedeutung des Chores. Über die Vergabe des Kantorenpostens hatte nun als neuer Träger der Leipziger Stadtrat zu entscheiden. Noch war das Kantorat eine ‚Durchgangsstation', spätestens aber nach der Amtszeit von Valentin Otto – er war 30 Jahre lang Thomaskantor! – galt es als lukrative Lebensstellung. Zwischen Valentin Otto und Johann Sebastian Bach hatten namhafte Komponisten wie Johann Hermann Schein und Johannes Kuhnau dieses Amt in der Reichsmessestadt Leipzig inne. Es lohnt sich also, einmal das Augen- und Ohrenmerk auf das reiche musikalische Erbe zu richten, das der nicht mehr so junge Bach bei seinem Amtsantritt vorfand. Und es wird sich zeigen, dass auch eine musikalische Gottheit wie dieser nicht ohne kulturelle Wurzeln auskommt.

 

Heinrich Schütz Musikfest

Dom St. Peter und Paul, Zeitz

Aufzeichnung vom 18.10.2014

Früchte der Reformation

 

Johann Hermann Schein

"Verleih uns Frieden gnädiglich" für vierstimmigen Chor und Basso continuo

 

Tobias Michael

Motette "Aus der Tiefe, Herr"

 

Johann Schelle

"Komm, Jesu, komm, mein Leib ist müde" Mottete für gemischten Chor und Basso continuo

 

Johann Kuhnau

Motette "Tristis est anima mea"

Ciaccona B-Dur für Orgel

 

Sethus Calvisius

Motetten "Praeter rerum seriem" und "Parodi a Josquini"

 

Sebastian Knüpfer

Motette "Mein Gott, betrübt ist meine Seele"

 

Johann Kuhnau

Aria "Ach Gott, wie lässt du mich erstarren"

Motette "Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn"

 

Johann Sebastian Bach

Toccata D-Dur BWV 912 für Orgel

Lied "Wir glauben alle an einen Gott"

Kyrie aus Messe G-Dur BWV 236

 

Sethus Calvisius

Lied "Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist"

 

Kammerchor Josquin des Préz

Daniel Beilschmidt, Orgel

Ulrike Becker, Violoncello

Leitung: Ludwig Böhme

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