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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 19.10.2015

Alt wie eine EicheTouristen erobern die Späth'sche Baumschule in Berlin

Von Peter Kaiser

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Ein Mitarbeiter der Späth'schen Baumschule befestigt Schilder an Koniferen. (dpa /  Stephanie Pilick)
Ein Mitarbeiter der Späth'schen Baumschule befestigt Schilder an Koniferen. (dpa / Stephanie Pilick)

Fast 300 Jahre lang sorgten die Inhaber der Späth'schen Baumschule für ein grünes Berlin - und selbst Otto von Bismarck zählte zu den Kunden. Heute ist die Baumschule in Treptow ein Dorado für junge Garten-Liebhaber und Fans des "Urban Gardening".

Am Samstag ist das große Fest, und die Aufbauarbeiten dazu haben schon am Donnerstag begonnen. Zum Freitagmorgen steigern sich die Aktivitäten stetig ...

"Es werden etwa 200 Firmen kommen, die hier bei uns ausstellen."

Gefeiert wird am Samstag hier am Berlin-Treptower Baumschulenweg nicht irgendein Schrebergartenfest oder ein Vereinsjubiläum. Gefeiert wird der 295. Geburtstag der Späth'schen Baumschule, der ältesten Baumschule Deutschlands.

"Von den Besuchern her ist es so, natürlich auch wettermäßig beeinflusst, dass wir hier 15. bis 20.000 Besucher erwarten, an einem Wochenende."

Die fast 300 Jahre Bestandszeit haben ausgereicht, um die Späth'sche Baumschule weit über Berlin hinaus bekannt zu machen.

"Hier hat dann auch schon mal ein Reisebus aus Russland angehalten, oder man sieht auch schon mal Autos mit holländischem Kennzeichen."

So eine betagte Firma, sagt der Geschäftsführer Holger Zahn, ist natürlich ein Pfund

"mit dem wir wuchern können, weil wir damit der älteste noch existierende Gewebebetrieb in Berlin sind. Und darüber hinaus auch noch zugleich Deutschlands älteste Baumschule. Und man hat natürlich mit der Historie erst einmal einen Vertrauensbonus. Weil jeder sich sagt, der bei uns einkaufen kommt, oder uns besuchen kommt: eine Firma, die fast 300 Jahre ist, muss ja dann doch gut sein, ja?"

Erster Vorläufer der Baumschule am Halleschen Tor

Alt, gut, groß, vielfältig, renommiert... die Späth'sche Baumschule ist nicht nur all das, sie ist auch noch mehr. Vergleicht man die Baumschule mit einem Baum, etwa einer deutschen Eiche, Quercus, sie wäre im Jahr 1720 von Christoph Späth gepflanzt worden, der ein Gelände östlich des Halleschen Tores an der Straße "Am Johannistisch" erworben hatte.

"Die Straße, eine der ältesten Berlins, ist benannt nach den Mahlzeiten, die auf dem den Johannitern gehörenden angrenzenden Gut Tempelhof den Feldarbeitern an Tischen gereicht wurden."

Jahrzehnte pflanzt Christoph Späth hier Blumen, züchtet Gemüse, alles so erfolgreich

"dass der König bei seinen Ausflügen vor das Hallesche Tor bei Späths manchmal zu Gast war, und hin und wieder sogar selbst ein Mohrrübchen aus der Erde zog, und verzehrte."

Mit dem bald verliehenen königlichen Titel des "Kunstgärtners" konnte das junge Unternehmen zum ersten Mal punkten, das Späth'sche Eichenbäumchen war schon sichtbar. 26 Jahre nach der Gründung wurde alles am Halleschen Tor aber zu klein.

Carl Späth, Christophs Sohn, verließ mit allem den Johannistisch. Er kaufte acht preußische Morgen Land, das sind etwa 2 Hektar, in der Luisenstadt, an der Köpenicker Straße, nahe der heutigen Wrangelstraße in Berlin-Kreuzberg. Danach kam Friedrich, Carls Sohn, der dort aus der Baumschule einen wissenschaftlichen Studienort machte, und ehrgeizige botanische Studien betrieb. Von da an wuchs die Eiche der Späth'schen Baumschule, wuchs und gedieh, wurde breiter, mächtiger, grüner - von Generation zu Generation, bis

"1863 Franz Späth mit der Gärtnerei zu den Britzer und Rudower Wiesen auf ein Land zog, das er von 60 Bauern erworben hatte. Hier entstand nun die größte Baumschule der Welt mit einer vollständig bepflanzten Fläche von 120 Hektar."

"Die Eiszeit hat unsere Wälder ausradiert"

Ein repräsentatives Herrenhaus entstand 1874.

"Wenn ich mir die Villa Späth ansehe, die ist im 19. Jahrhundert entstanden, um 1870, die ist ein Ausdruck für die Späth'sche Gartenkultur. Wenn man da das Gelände betritt, weiß man, man ist gut aufgehoben."

Das sagt Karl-Heinz Pohl, der Firmenarchivar. Neben dem Herrenhaus ließ Franz Späth ein Arboretum in englischer Gartenart anlegen. Ein Arboretum ist eine Sammlung verschiedener, oft exotischer Gewächse. Später erklärt eine Führerin den Festbesuchern:

"Die Späth'schen Experten sind weltweit herumgereist, insbesondere natürlich auf der Nordhalbkugel, wo vergleichbares Klima mit unserem herrschte. Haben geguckt, was wächst da so an Gehölzen, oh, das ist prima, das können wir doch versuchen bei uns aufzuschulen. Und das wurde dann hier im Arboretum gemacht. Wenn das gut fortkam, dann wurde es vermehrt und verkauft. Das war sehr verdienstvoll, denn wir müssen uns vor Augen führen, dass die mitteleuropäische Gehölzflora unwahrscheinlich artenarm ist infolge der Eiszeit. Die Eiszeit hat unsere Wälder ausradiert."

Es grünt so grün im Berliner Arboretum der Humboldt-Universität zwischen Königsheide und dem Britzer Zweig-Kanal. Die Mitte des 19. Jahrhunderts von Franz Späth im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegte Einrichtung diente lange Zeit der Saatgut- und Reisergewinnung der benachbarten Späth'schen Baumschule. In den Frühlingsmonaten ist der Besuch von Naturfreunden besonders groß - aber auch Studenten der TU, Fach Biologie, nutzen das Arboretum in Treptow zum praktischen Studium.  (dpa /  Klaus Franke)Besucher im Arboretum der Berliner Humboldt-Universität (dpa / Klaus Franke)

Die einstige Späth'sche Villa beherbergt heute das Institut für Biologie der Humboldt Universität. Im Arboretum werden nach wie vor Gehölzarten kultiviert. Zudem entstand auch eine Abteilung für Großhandel mit Rollrasen, Erden und Mulchmaterial. Dann eine Abteilung für Gartenplanung und Beratung, Einzelverkauf für Ro-sen, Rhododendren, Obstgehölze, Stauden und so weiter. Dazu eine Produktionsfläche zur Veredlung von Obstgehölzen, im Herbst eine mobile Mostquetsche, man kann Gartenreisen buchen, Gartenseminare mitmachen, und man kann dem wunderbaren Kräutergarten einen Besuch abstatten. Da arbeitet Anna Buschmann. Ist sie Gärtnern von Beruf?

"Eigentlich nicht, Köchin. Deswegen der Kräutergarten."

Der Kräutergarten duftet mit Thymian, Salbei, Rosmarin, Lavendel und vielem mehr, als wäre man auf einer Mittelmeer-insel. Und sieht man genau hin, erkennt man, dass es nicht nur eine Sorte Kräuter gibt, sondern viele. Wie etwa beim Salbei, erläutert Anna Buschmann:

"Also, beim Salbei ist es beispielsweise so, das ist eine Pflanze, die sich auf der ganzen Welt ausgebreitet hat, auf allen Kontinenten, auf denen kein dauerhafter Frost vorhanden ist. Und durch die verschiedenen Lagen, verschiedenen Erdarten, verschiedene Wetterbedingungen, haben die natürlich verschiedene Geschmäcker entwickelt. Wir haben auch noch ganz viele Thymiansorten da. Basilikum, die üblichen gängigen Küchenkräuter, einige Heilkräuter, auch einige asiatische Heilkräuter - das Kraut der Unsterblichkeit, das Ponawa, das Galant, da haben wir einige da."

Großer Andrang im Kräutergarten

Im Kräutergarten ist mitunter Gedränge. Doch auch über die verbliebenen 25 Hektar Baumschulengelände streifen zunehmend mehr Gärtnerinnen und Käuferinnen. Beispiel Heike, berufstätig, aus Berlin-Tempelhof:

"Also, ich suche Haselnusssträucher. Jetzt stehe ich hier vor den Haselnusssträuchern und überlege, was für meinen Vorgarten in Frage kommen könnte. Eigentlich suche ich Korkenzieherhaselnuss, aber den sehe ich jetzt hier nicht. Wahrscheinlich muss ich jemanden fragen, aber die sind natürlich auch alle sehr geschäftig. Und das ist eine sehr große Baumschule, und ein großes Gelände hier."

Ein Gelände, auf dem die Festvorbereitungen, jetzt am Freitagnachmittag, ihren Höhepunkt erreichen.

"Die Mitarbeiter der Baumschule fahren mit Gabelstaplern übers Gelände. Und transportieren große Oleanderbüsche hin und her. Ich suche jetzt mal einen Mitarbeiter, der mir einen Korkenzieherhaselnussbaum verkaufen kann."

Mitarbeiter sind nicht weit, aber es sind nicht die richtigen. Können Sie mir sagen, was sie hier tun?

Eine Gärtnerin: "Wir bereiten den Sanddorn für den Versand vor. Die werden jetzt noch einmal zurückgeschnitten, saubergemacht. Die sind ein Jahr alt. Im vorigen Sommer wurden sie gesteckt, und dieses Jahr werden sie dann als Jungpflanzen verkauft an Sanddornplantagen."

Und Holger Zahn meint, dass sich die Kundschaft in letzter Zeit wandelt. Der Trend "Urban Gardening" treibt der Späth'schen Baumschule neue Käufer zu. Und mehr noch:

"Ich habe ja auch Kinder, die Anfang, Mitte Zwanzig sind, und uns durchaus jetzt überraschen, dass sie sich einen Garten gemietet haben, also nicht alleine, sondern eben mit Freunden zusammen, dass die so eine Sache für sich entdecken. Das ist den vorangegangenen Generationen völlig abhanden gekommen. Und auf einmal überraschen uns junge Leute, also unter 30, die sich jetzt gärtnerisch betätigen, und sich Nischen suchen, und sich dort wohlfühlen, erstaunlich. Das sind Modetrends, das ist momentan 'in'. Genauso wie das vor zehn Jahren 'in' war, überall in der Stadt vor den Restaurants Palmen hinzustellen, um sich einen kleinen Marktvorteil zu erarbeiten, das ist wie mit der Mode, das ist auch bei den Gärtnern so, dass Pflanzen in Mode kommen."

Blätter des Feld-Ahorn (Maßholder) - der Baum des Jahres 2015, hier stehend im Späth-Arboretum der Humboldt-Universität zu Berlin (Lebenswissenschaftliche Fakultät, Institut für Biologie) Späthstrasse 81/82 im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick, aufgenommen am 27.08.2015. (dpa /  Manfred Krause)Blätter des Feld-Ahorn, Baum des Jahres 2015, im Späth'schen Arboretum (dpa / Manfred Krause)

Aber gibt es Modepflanzen? Oder Gewächse, die für einen bestimmten Zweck gekauft werden?

"Wir können beobachten, dass die Masse der Hobbygärtner grade hier im Berliner Raum doch so eine eigene Mentalität haben. Weil hier spielt doch mehr der Nutzgarten eine große Rolle, und gerade bei dem Berliner ist die Heckenpflanze sehr gefragt. Der hat immer noch diese Abschottungsidee. Und er hat meistens einen Garten dahinter mit sehr viel Rasenfläche, wo er nicht sehr viel arbeiten muss, die Tendenz geht in Richtung selbstmähender Rasenroboter, und natürlich, wenn er das Geld hat, einen hochwertigen Bonsai pflanzen, das kommt schon vor."

Heike ist noch auf der Suche nach ihren Korkenzieherhaselnuss-Bäumchen und flaniert durch das Areal.

"Ich laufe auf alten Betonplatten, wahrscheinlich zu DDR-Zeiten verlegt, oder noch davor, nach dem Krieg, durch einen Baumallee. Und rechts und links sind die Außengelände und ah, da kommt jetzt wieder der Gabelstapler."

Franz Späths Sohn, Hellmuth, trat 1911 in die Firma ein. Zu der Zeit, sagt Karl-Heinz Pohl, der Firmenarchivar, besaß die Baumschule weltweit ein solches Renommee, dass zahlreiche Prominente zu ihren Kunden gehörten. Das Gästebuch der Firma dokumentiert das. Bis heute.

"Das alte Besucherbuch hat eine eigenartige Geschichte. 1945 ist es abhanden gekommen, die letzte Eintragung ist von unserem Bundespräsidenten, Dr. Weizäcker, und damit war das Buch geschlossen."

Hellmuth Späth - aus der NSDAP ausgeschlossen und ermordet

Im Besucherbuch rückwärts geblättert, finden sich noch andere Namen, Namen aus der dunkelsten Zeit der deutschen Vergangenheit. Denn 1933 trat Hellmuth Späth in die NSDAP ein.

"Über die Gründe kann man verschiedener Meinung sein. Ich glaube, und so wurde es auch dargestellt, dass er aus kommerziellen Aspekten eingetreten ist. Daraus resultierte, dass er an Großaufträgen der damaligen Zeit beteiligt war. Zum Beispiel die Begrünung des Flughafens Tempelhof, die Begrünung der Olympiabauten, die Begrünung der Autobahn, aber ich glaube dass er, auch wenn er nicht in der Partei gewesen wäre, als führendes Unternehmen in Deutschland Aufträge dazu bekommen hätte.

Sehr bald geriet er mit dem Nationalsozialismus in Konflikt. Es begann damit, dass er auf einer Firmenversammlung vor 1.000 Mitarbeitern sich positiv zu Großbritannien und Frankreich äußerte. Und die Nazigrößen, die auch in dem Saal waren, demonstrativ den Saal verlassen haben. Er hat Juden, die in seinem Betrieb gearbeitet haben, als gleichwertige Bürger behandelt. Und das rief natürlich den Hass der Nazis hervor."

Die Nazis reagierten perfide. Sie machten Späths Privatsekretärin Erna Wiesniewsky zu ihrer Agentin.

"Und aufgrund der Mitteilungen dieser Agentin wurde dann sein Privattresor auseinandergenommen, man fand in den Unterlagen Briefe, die er geschrieben hatte, wo er darum bat, bei Lieferungen von Pflanzen, von Bäumen eventuell zu Lebensmitteln zu kommen. Und daraus wurde ihm der Prozess gemacht. Und er wurde für ein Jahr verurteilt nach Bautzen, vorher erfolgte natürlich der Ausschluss aus der Partei. Aus Bautzen kommend, wurde er sofort in das Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt. Letztlich wurde er im Februar 1945 in Sachsenhausen ermordet."

Eine Führerin im Arboretum berichtet:

"Und die Baumschule wurde herrenlos. Und dann kam die Bodenreform, und das Ganze wurde als volkseigener Betrieb weitergeführt, durchaus erfolgreich, und das Arboretum lag aber nach dem Krieg brach. Es war weder Geld noch Kraft vorhanden, das zu betreuen. Der Kulturbund der DDR, der um die wertvollen Gehölzbestände wusste, der hatte dann die geniale Idee, dass man das der Humboldt Universität übereignen könnte. Und das passierte dann 1961."

Erst 1997 wurde der alte Familienbesitz rückübertragen

Hellmuth Späth hatte zwei Kinder: Manfred und Dagmar. Dagmar Späth kam 1959 bei einem Autounfall ums Leben. Die Späth'sche Baumschule war da schon fest in DDR-Volkseigentum überführt. Das Gelände in Treptow war der "VEG Saatzucht Dresden" angegliedert worden. Auf dem Zusatzgelände in Ketzin, einem alten Rittergut an der Havel, das 1917 Hellmuth Späth gekauft hatte, wurden - nun als "Baumschule Ernst Thälmann" – erfolgreich Obstbäume gezüchtet. Dann kam 1989 die Wende. Doch es dauerte noch bis 1997, bis der Erbengemeinschaft um Manfred Späth der alte Besitz rückübertragen wurde.

"Und die Treuhand hat aber vom ersten Tage an, wo sie dann hier aufgetreten sind gesagt, dieser Betrieb wird abgewickelt."

Wurden sie aber nicht. Holger Zahn spuckte in die Hände, und

"dann habe ich mir im Betrieb ein paar Leute gesucht, wo ich der Meinung war, die können mit dem Computer umgehen. Und so haben wir, noch zu Treuhandzeiten, einen richtigen Schub gemacht. Und haben der Treuhand gezeigt, dass wir eine Entwicklung, ohne Geld, ohne Kapital, anschieben. Einfach mal um denen zu zeigen, das geht hier weiter."

Wie aber geht es in Zukunft weiter? Auf dem Fest bahnt sich das Neue schon an. Etwa in der Ansprache des Senators für Bau- und Stadtentwicklung, Andreas Geisel. So also, es kündigt sich Neues an. Doch zuvor sagt Andreas Geisel zur Bedeutung der Späthschen Baumschule...

"Das ist ein Traditionsname. Sie haben hier Gästebücher mit Otto von Bismarck, der sich hier eingetragen hat, das ist hier praktisch die Quelle der Baumschulen, wenn Sie das wollen. Und alle anderen haben sich davon dann letztendlich abgeleitet. Und dieses Unternehmen hier in Berlin zu halten, dass diese Geschichte fortgeführt werden kann, neben allen anderen Baumschulen, die es gibt, das ist schon eine Verantwortung, die wir wahrnehmen wollen."

Teile des weitläufigen Areals kommen auch für den Wohnungsbau in Frage

Geschichte fortführen, Verantwortung wahrnehmen... Wenn Politiker so reden, steht eine schwierige Entscheidung an. Die auch der Hintergrund für die Zwischenrufe auf dem Fest ist:

"Naja, die Konkurrenz wird immer größer, und die Späth'sche Baumschule verfügt über Flächen, die für Wohnungsbau geeignet sind, und die Baumschule möchte, dass diese nicht benötigten Flächen bebaut werden. Berlin wächst, wir brauchen dringend Bauland, und insofern müssen wir noch zueinander kommen. Aber ich glaube schon, dass Berlin seinen Beitrag leisten kann, damit die Späth'sche Baumschule hier auf Dauer bleiben kann."

An den Rändern der Baumschule sollen für fast 1.000 Menschen Wohnungen gebaut werden. Kleingärten werden dafür verschwinden, neue Straßen werden gebaut, alte Straßen verbreitert, kurz: das alte Areal verändert sich. Schade, sagt Heike:

"Das ist hier ein schönes, wunderbares, weitläufiges Gelände vor den Toren Berlins, das ist hier alles schon sehr ländlich, und deswegen komme ich hier her, weil ich hier einfach eine Vielfalt an robusten Pflanzen bekomme, die ich so nicht in Berlin bekomme."

Mal sehen, wie es in fünf Jahren, zum 300. Geburtstag der Späth'schen Baumschule dann hier aussieht. Ob dann noch der Zauber der alten Gebäude, des Arboretums, des gesamten Areals mit den unzähligen Töpfen, Kübeln, den Gewächshäusern, dem Cafe und Hofladen den Besucher einzunehmen vermag, so wie jetzt. Auf jeden Fall ist das große Fest zum 300. Geburtstag schon jetzt in der Planung. Geschäftsführer Holger Zahn:

"Wir wollen dann eine Jubiläumswoche machen, wo sich dann aus ganz Europa, zumindest ganz Deutschland, wirklich namhafte Betriebe vorstellen und präsentieren, dass es eine ganz einmalige Gartenmesse wird,  die Gartenbautradition steht im Mittelpunkt, nicht nur wir allein, ja."

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