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Fazit / Archiv | Beitrag vom 28.04.2009

Allianz zur Erhaltung alter Schriften

Archive und Bibliotheken wenden sich mit Aufruf an Bundespräsidenten

Das "Stundenbuch des Markgrafen Christoph I.von Baden" entstand um 1490. (AP)
Das "Stundenbuch des Markgrafen Christoph I.von Baden" entstand um 1490. (AP)

Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs fordern Archive und Bibliotheken eine nationale Strategie zur Erhaltung alter Bücher und Schriften. Mit der Denkschrift "Zukunft bewahren" traten sie an Bundespräsident Horst Köhler heran. Sie erhoffe sich davon seine Unterstützung, sagte die Vorsitzende der Allianz Barbara Schneider-Kempf.

Zu dieser "Allianz zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts" haben sich elf kulturelle Einrichtungen wie die Deutsche Nationalbibliothek, die Staatsbibliotheken in Berlin, Dresden und München, die Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar, das Bundesarchiv und das Deutsche Literaturarchiv Marbach zusammengeschlossen. Die Schrift enthält "Handlungsempfehlungen" für Bund und Länder.

Fazit sprach darüber mit der Generaldirektorin der Staatsbibliothek Berlin und Vorsitzenden der Allianz Barbara Schneider-Kempf. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Gespräch:

Gaby Wuttke: Wie sollte nach Meinung der Betroffenen eine nationale Strategie zur Erhaltung schriftlichen Kulturguts aussehen?

Barbara Schneider-Kempf: Eine nationale Strategie bedarf - das ist ein wesentliches Element - der Koordinierung. Koordinierung ist insofern so wichtig, weil Bestandserhaltung von Büchern und Handschriften in Deutschland nicht bedeuten kann, dass jeder alles macht. Das wäre weder finanziell noch von den Arbeitsabläufen her zu leisten. Es muss einen Plan geben, wo die Schwerpunkte sind, wer was macht. (…) Das ist auch das Neue an unseren Gedanken, dass wir dazu Überlegungen angestellt haben und dann auch einen Vorschlag gemacht. (…) Denn es gibt zu wenig den Blick aufs Ganze.

(…)

Gaby Wuttke: Welche Chancen rechnen Sie sich für Ihren Vorstoß von heute an den Bundespräsidenten, der nach dem Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek der Erste war, der gesagt hat, es ist wichtig, dass unser Kulturgut gut geschützt wird, aus?

Barbara Schneider-Kempf: Dass der Bundespräsident uns unterstützen wird, davon bin ich fest überzeugt. Jetzt kommt natürlich das Prinzip Hoffnung, aber unter dem Eindruck des heutigen Tages würde ich sagen: Ich rechne mir hohe Chancen aus, das Thema jetzt so platziert zu sehen, dass daraus Folgen sich entwickeln - finanzieller Art eine Unterstützung kommt.

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 28.9.09 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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