Algerisches Gericht verurteilt Schriftsteller Kamel Daoud in Abwesenheit zu Haftstrafe

Für seinen Roman "Houris" gewann der französisch-algerische Schriftsteller Kamel Daoud 2024 den Literaturpreis Prix Goncourt. Am Mittwoch gab der Autor, der in Paris lebt, bekannt, dass er in Algerien zu drei Jahren Freiheitsstrafe ohne Bewährung und einer hohen Geldstrafe verurteilt worden ist. Grund war der Roman "Houris", in dem Kamel Daoud die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die das sogenannte "schwarze Jahrzehnt" des Bürgerkriegs in Algerien überlebt hat. Gegen Daoud waren in Algerien mehrere Klagen eingereicht worden. Eine Überlebende des Bürgerkriegs zwischen 1992 und 2002 beschuldigte den Schriftsteller, ihre Geschichte gestohlen zu haben. Kamel Daoud bestreitet dies.
"Houris" kann in Algerien nicht veröffentlicht werden, da das Buch unter ein Gesetz fällt, das Veröffentlichungen über den Bürgerkrieg verbietet, in dem nach offiziellen Angaben mindestens 200.000 Menschen starben. Algerien hatte im vergangenen Jahr zwei internationale Haftbefehle gegen Daoud erlassen. Gegen den Autor läuft auch ein Verfahren vor einem französischen Gericht wegen Verletzung der Privatsphäre.