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Konzert / Archiv | Beitrag vom 11.04.2018

Alexander Liebreich beim Prager RSO Neu denken und hören

Aufzeichnung aus dem Rudolfinum

Der Dirigent Alexander Liebreich (Thomas Rabsch/RIAS Kammerchor)
Der Dirigent Alexander Liebreich (Thomas Rabsch/RIAS Kammerchor)

Der neue Chefdirigent Alexander Liebreich stellte sich beim Prager RSO mit einem typischen Programm vor: Richard Strauss' "Tod und Verklärung" ist Musik aus seiner Heimat Bayern. Außerdem setzt er sich für die Nebenstränge der Wiener Schule ein, in diesem Fall für die Werke Alexander von Zemlinskys. Neu denken und hören konnten die Prager Musikfreunde in diesem Konzert außerdem die Oper "Jenůfa" von Leoš Janáček in einer eigenwilligen Suite.

Zur kommenden Saison 2018/19 wird Alexander Liebreich sein Amt beim Sinfonieorchester des Tschechischen Rundfunks, das auch als Prager RSO bekannt ist, offiziell antreten. Am Montag der Karwoche leitete er ein Konzert im Prager Rudolfinum, das einen guten Eindruck davon vermittelt, was er mit den tschechischen Rundfunkmusikerinnen und -musikern erreichen möchte: Entdeckung von ungewohnten und neuen Klängen, ohne wichtige Traditionen aufgeben zu müssen. 

Das traditionelle, wenn auch für tschechische Konzertbesucher nicht allzu vertraute Repertoire ist in diesem Programm die Tondichtung "Tod und Verklärung" von Liebreichs bayerischen Landsmann Richard Strauss - ab der kommenden Saison wird er auch die künstlerische Leitung des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen übernehmen. Vertrauter als anderen Musikfreunden sind den Menschen in Prag die Opern von Leoš Janáček, doch in dieser Form, nämlich als konzertante Suite, dürften auch die wenigsten Hörer im Rudolfinum die "Jenůfa" von Janáček bisher erlebt haben wie an diesem Abend.

Der Beginn des Konzerts war zwei Werken von Alexander von Zemlinsky vorbehalten. Der Wiener Komponist wirkte viele Jahre vor und auch noch nach dem 1. Weltkrieg als Musikdirektor des deutschsprachigen Theaters in Prag. Dass seine Musik weniger bekannt ist als die seines Schwagers Arnold Schönberg oder die Gustav Mahlers, seines Nachfolgers in der Beziehung mit Alma Schindler, hat seine Gründe in den politischen, aber auch in den ästhetischen Zeitläuften. Zemlinsky komponierte frei-tonal, fantasievoll und immer mit dramaturgischen Hintergedanken - theoretische Vorgaben jenseits des guten Geschmacks konnte und wollte er aber nicht erfüllen.

Rudolfinum Prag
Aufzeichnung vom 26. März 2018

Alexander von Zemlinsky
Prolog zur Märchenoper "Es war einmal…" für Orchester
Sechs Gesänge nach Gedichten von Maurice Maeterlinck für Mezzosopran und Orchester op. 13

Leoš Janáček
Suite aus der Oper "Jenůfa", arrangiert von Tomáš Ille

Richard Strauss
"Tod und Verklärung", Tondichtung für großes Orchester op. 24

György Ligeti
Concert Românesc

Stefanie Irányi, Mezzosopran
Prager Radio-Sinfonieorchester
Leitung: Alexander Liebreich

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