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Interview | Beitrag vom 22.03.2019

Alexa Waschkau über Fake NewsWarum Aufklärung besser als Löschen ist

Alexa Waschkau im Gespräch mit Dieter Kassel

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Eine Frau sitzt auf einem Sofa und liest die Zeitung "The Daily Fake News". (Unsplash / rawpixel)
Wie viele Wahrheiten gibt es? Dem Phänomen Fake News mit Angst zu begegnen, sei nicht zielführend, warnt Alexa Waschkau. (Unsplash / rawpixel)

Können Fake News die Europawahl in zwei Monaten beeinflussen? In der EU geht die Angst davor um. Die Autorin Alexa Waschkau rät zur Gelassenheit: Gegen falsche Informationen hilft ihrer Ansicht nur, die Menschen über das Phänomen aufzuklären.

In der Europäischen Union gibt es die Sorge, dass Fake News einen Einfluss auf die Europawahl in zwei Monaten haben könnten. Online-Plattformen und soziale Netzwerke sollen deswegen nach dem Willen der Staats- und Regierungschefs verstärkt gegen Falschinformationen vorgehen und diese aus ihren Angeboten löschen.

Die Autorin und Fake News-Expertin Alexa Waschkau warnte im Deutschlandfunk Kultur davor, dem Phänomen mit "übergroßer Angst" zu begegnen. Zugleich betonte sie, dass die Pläne der EU möglicherweise geeignet seien, Fake News "ein kleines bisschen einzudämmen". Sinnvoll bekämpfen könne man das Phänomen so aber nicht.

Damm gegen die Flut

Die EU versuche, einen Damm gegen die Flut zu errichten, sagte sie. Dennoch würden Fake News auch in Zukunft weiter verbreitet und geteilt werden: "Und wenn sie dann eventuell verzögert gelöscht werden, haben wir wieder das Phänomen, dass die Menschen dann sagen: 'Aha, jetzt wollen sie uns erst Recht verbieten, was zu erfahren.'" Damit werde man also bei einem bestimmten Teil der Bevölkerung nichts erreichen - "oder sogar das Gegenteil von dem, was man möchte".

Waschkau setzt dem Löschen Aufklärung als Strategie entgegen. Aufklärung sei "wahnsinnig wichtig", betonte sie. Man könne im täglichen Leben auch eine gewisse Routine entwickeln, Fake News zu erkennen: "Aber das werden natürlich auch nicht alle Menschen machen können oder wollen."

CIA und Illuminaten

Falschinformationen zu identifizieren sei nicht immer einfach, räumte Waschkau ein, die sich seit einigen Jahren in dem Podcast "Hoaxilla" mit Fake News beschäftigt. Ihr Engagement in dieser Hinsicht wird sicherlich dazu beigetragen haben, dass Waschkau laut Informationen aus dem Internet wahlweise für die CIA oder die Illuminaten arbeitet oder aber ein reptiloides Mischwesen ist. Sie nehme so etwas mit Humor, sagte die Expertin. "Dagegen ist kein Kraut gewachsen."

(ahe)

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