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Tonart | Beitrag vom 29.09.2017

Album "Barbara" von Alexandre Tharaud"Hommage an diese besondere Künstlerin"

Von Martina Zimmermann

Die französische Chanson-Sängerin und Komponistin Barbara. Sie wurde am 09.06.1930 in Paris als Monique Andree Serf geboren und stammt aus einer russisch-jüdischen Familie. Ihren Durchbruch erzielte sie 1965 mit dem Album Barbara chante Barbara. Sie starb am 24.11.1997 in Neuilly sur Seine. (picture alliance / dpa / London Express)
Die französische Chanson-Sängerin und Komponistin Barbara (picture alliance / dpa / London Express)

Am 24. November 1997 starb die französische Chanson-Sängerin Barbara. Zu ihrem 20. Todestag hat der Pianist Alexandre Tharaud ihr zu Ehren ein Album gemacht - mit vielen Stars der französischen Musikszene. Es könnte einmal Kult werden.

Auf diesem Album interpretieren die Berühmtheiten des französischen Chansons die sehr persönlichen Lieder von Barbara – keine einfache Übung, die jeder auf seine eigene, unnachahmliche Weise schafft. Der künstlerische Leiter des Albums, Alexandre Tharaud, bezeichnet sich "nur" als einen Fan der Sängerin. Er entdeckte Barbara mit 14 Jahren und bewunderte später auch ihre unvergesslichen Auftritte. Im Hauptberuf ist der 48-jährige Alexandre Tharaud allerdings ein berühmter klassischer Pianist:

"Barbara ist keine Künstlerin der Klassik, aber wissen Sie, für uns Pianisten sind Sänger unsere Meister. Ob es sich dabei um einen Opernsänger handelt oder um eine Chansonsängerin, ist für mich dasselbe. Es gibt im Übrigen einen größeren Unterschied zwischen Bach und Hans Abrahamsen als zwischen Barbara und Ravel. Dennoch ist dieses Barbara-Album mein erstes und mein letztes, das in so eine Richtung geht. Es ist eine Hommage an diese besondere Künstlerin."

Mit dabei: Barabas früherer Akkordeonist

Bei allen bearbeiteten Chansons sitzt Alexandre Tharaud am Klavier und begleitet den jeweiligen Interpreten. Bei einigen Stücken kommen auch noch andere Musiker hinzu, besonders erwähnenswert sind vor allem der Jazzklarinettist Michel Portal und Barbaras früherer Akkordeonist Roland Romanelli. Das Chanson "Pierre" kommt gleich dreimal vor:

"Ich spiele dieses Lied gerne und amüsiere mich oft damit auf dem Klavier. Es ist sehr einfach, und die Melodie bleibt leicht in Erinnerung. Ich mag es sehr und deswegen begann ich erstmal nur mit dem Klavier zu spielen, weil ich fand, dass das Klavier der rote Faden dieses Albums ist. Das Album endet ja dann auch ohne Gesang."

Die dritte Version von "Pierre" wird vom Nachwuchsstar des französischen Chansons Tim Dup gesungen.

Album könnte einmal Kult werden

Sehr bemerkenswert auf dem Album ist auch eine Interpretation der Sängerin Hindi Zahra auf Englisch. Alexandre Tharaud hatte auch Iggy Pop und Marianne Faithful für das Projekt gewonnen, aber die Termine passten nicht und Hindi Zahra's Song ist somit der einzige, der auf Englisch gesungen wird.

"Barbara ist vor allem in den französischsprachigen Ländern bekannt. Ich als klassischer Musiker verkaufe meine Alben hingegen in der ganzen Welt und möchte Barbara auch bei einem Publikum bekannt machen, das sie nicht kennt. Deshalb war es wichtig, auch auf Englisch aufzunehmen. Ich veranlasste selbst die Übersetzung, hatte die Familie von Barbara um Erlaubnis gebeten. Damit Barbara auch in anderen Ländern gehört wird."

In der limitierten Erstauflage des Doppelalbums in Deutschland ist ein Bonus mit Leinwand-Ikone Helmut Berger, der das berühmteste Chanson von Barbara auf Deutsch spricht: "Göttingen". Barbara schrieb diesen Text nach einem Konzert in der deutschen Universitätsstadt, drückte darin ihre Liebe zu Deutschland aus. Das Album "Barbara" ist nur eine von vielen Hommagen, die Barbara 20 Jahre nach ihrem Tod gelten: ein Sammelstück, das einmal Kult werden könnte.

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