Seit 17:05 Uhr Studio 9

Dienstag, 25.02.2020
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9

Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 23.12.2009

"Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika"

Filmische Biographie des berühmten Arztes

Vorgestellt von Hannelore Heider

Filmszene aus "Albert Schweitzer" (AP)
Filmszene aus "Albert Schweitzer" (AP)

1953 bekommt Dr. Albert Schweitzer den Friedensnobelpreis verliehen. Wie hart der "gute Mensch von Lambarene" dafür kämpfen musste, ist wenig bekannt. Garvin Millars Filmbiografie lässt uns die turbulenten 50er Jahre miterleben und macht aus dem "Heiligen" einen wirklich interessanten Mann, denn die Konflikte, in die er während dieser Jahre gestellt war, sind durchaus heutig.

Es beginnt mit einer großen USA-Reise, auf der Albert Schweitzer und seine Frau Helene Spenden für ihr Urwaldhospital sammeln. Doch aus dem triumphalen Empfang wird bald ein Anfeinden von allen Seiten: Der allseits beliebte Schweitzer ist in die Fänge des Kommunistenjägers McCarthy geraten und schuld daran ist sein Freund Albert Einstein (Armin Rohde): Schweitzer soll sich öffentlich am Kampf gegen die Bombe beteiligen, die lebenskluge Helene Schweitzer (Barbara Hershey) ahnt, was sie dieses politische Engagement kosten wird.

Die CIA kontrolliert ihre Post, Kisten mit gesammelten Medikamenten kommen nicht mehr im Hospital an, eine neue, selbst ernannte Regierung von französisch-Äquatorialafrika will das Hospital schließen. Soldaten sind angerückt, um sein Lebenswerk zu vernichten. Der arglose Schweitzer kennt die Hintergründe nicht, nicht die Intrigen von CIA und Pharmakonzernen, aber mit der Idylle von engagierten europäischen Ärzten und dankbaren Patienten im Urwald ist es vorbei.

In dem detailgetreu aufgebauten Lambarene eskalieren die Konflikte und Anfeindungen kommen auch von gänzlich unerwarteter Seite. Schweitzers Patriarchat über seine "schwarzen Kinder" bringt ihm den Vorwurf des Rassismus ein, sein unbedingter Pazifismus, der auch vor Ratten nicht haltmacht, stößt auf Widerstand der jungen Ärzte, und Frau Helene sowie Tochter Rhena (Jeanette Hain) fordern Aufmerksamkeit für die Familie. So humorvoll Jeroen Krabbé den alten Polterkopf auch spielt, es wird ernst.

Gedreht wurde in Kapstadt, das für das New York der 50er Jahre die Kulisse bietet, und in Port St. Jones, wo das Urwalddorf so aufgebaut wurde, als wäre die Zeit stehen geblieben. "Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika" ist ist auch als interessantes Zeitporträt den Kinobesuch über die Feiertage wert.

Deutschland 2009. Regie: Garvin Millar. Darsteller: Jeroen Krabbé, Barbara Hershey, Judith Godrèche, Samuel West, Jeanette Hain. 114 Minuten, o.A.

Filmhomepage "Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika"

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

"Langweilig, einen Halbgott zu spielen"

Filme der Woche

Neu im KinoAttraktive Chefin im tristen Büro
Der britische Schauspieler Nick Frost (dpa / picture alliance / Dan Himbrechts)

Bruce war drauf und dran, als 13-Jähriger die Salsa-Junioren-WM zu gewinnen. Dann hat er lange mit dem Tanzen nichts mehr am Hut - bis er eine neue Chefin bekommt. Um sie zu beeindrucken, fängt er wieder damit an.Mehr

Neu im KinoUnsterblich verliebte Todgeweihte
Schauspielerin Shailene Woodley, aufgenommen am 30. März 2014 in London. (picture alliance / dpa / Tal Cohen)

Die Jugendbuchverfilmung um die 16-jährige Hasel, die unheilbar an Schilddrüsenkrebs erkrankt ist, schafft, was schon der Romanvorlage gelang: unkonventionelle Charakterzeichnung und Herzkino ohne Gefühlsduselei.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur