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Kompressor | Beitrag vom 18.03.2015

Aktion gegen DrohnenkriegDie Ratte darf leben − der Künstler wird bedroht

Florian Mehnert im Gespräch mit Stephan Karkowsky

Eine Ratte mit ihrem Nachwuchs im Nest. (picture-alliance/ dpa - UPPA NHPA/Photoshot)
Eine Ratte mit ihrem Nachwuchs im Nest. (picture-alliance/ dpa - UPPA NHPA/Photoshot)

Per Mausklick eine Ratte erschießen? Mit dieser Internet-Aktion wollte der Künstler Florian Mehnert auf das Unrecht der Drohnenkriege hinweisen. Aber das Experiment wurde vorzeitig beendet - nach Anzeigen von Tierschützern.

Kleine Kunstaktion – große Wirkung! Der badische Künstler Florian Mehnert wollte auf das Unrecht der Drohnenkriege aufmerksam machen. Auf das Töten per Joystick über Kontinente hinweg ohne Anklage oder Gerichtsurteil. Er setzte eine Ratte in eine Box, schickte den Livestream um die Welt und behauptete: In elf Tagen können die User die Ratte per Mausklick erschießen. Jetzt wurde das Experiment vorzeitig beendet, nachdem Tierschützer gegen den Künstler Anzeige erstattet hatten und dieser außerdem Morddrohungen erhalten hatte.

"Kultur der gezielten Tötung"

Die Ratte erfreue sich bester Gesundheit und sei auch nie in Lebensgefahr gewesen, versichert der Künstler und äußerte sich gleichzeitig verwundert über die öffentlichen Reaktionen auf sein Experiment: "Die Empörung über den möglichen Tod einer Ratte ist größer als die Empörung über die tatsächlichen Opfer durch Drohneneinsätze." Er hoffe aber, dass diejenigen, die in den letzten Tagen nur die Ratte im Blick gehabt hätten, nun ihre Energie auf die eigentliche Thematik richten würden: die Frage, inwieweit wir eine Kultur der gezielten Tötung und der Totalüberwachung tolerieren wollten.

Mehr zum Thema:

Kunstaktion - Der verwanzte Wald
(Deutschlandfunk, Corso, 18.11.2013)

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