Seit 05:05 Uhr Studio 9
Mittwoch, 02.12.2020
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Fazit / Archiv | Beitrag vom 05.01.2010

"Akt einer gewissen Bildungsfeindlichkeit"

Intendant Peter Carp wendet sich gegen Theaterschließungspläne

Podcast abonnieren
Carp: Gettos von Verlierern (Stock.XCHNG)
Carp: Gettos von Verlierern (Stock.XCHNG)

Der Intendant des Theaters Oberhausen, Peter Carp, hat die Äußerungen des Düsseldorfer Regierungspräsidenten Jürgen Büssow zu weiteren Theaterschließungen im Ruhrgebiet kritisiert.

Bei den Vorschlägen Büssows handele es sich um den "Akt einer gewissen Bildungsfeindlichkeit" und weniger um eine konkrete Sparvorgabe, sagte Carp: "Mit der Schließung eines Theaters kann man einen Haushalt, der 1,8 Milliarden Euro in den Miesen ist, auch nicht sanieren." Büssow hatte in einem Interview den Bürgermeistern der Region weitere Theaterschließungen über die Stadt Wuppertal hinaus nahegelegt.

In der letzten Spielzeit sei das Theater Oberhausen vom Deutschen Bühnenverein als bestes Theater im deutschsprachigen Raum in der Gruppe der kleineren Spielstätten ausgezeichnet worden, betonte der Intendant. Oberhausen sei allerdings eine Stadt mit einem großen finanziellen Problem und bilde die Speerspitze der jetzt in Bedrängnis geratenen Kommunen, äußerte Carp. Wenn man diesen Städten jetzt aber noch die letzten kulturellen Identitätspunkte wegnehme wie etwa auch das Theater Oberhausen, bliebe von diesen Städten nichts mehr übrig: "Dann kriegen Sie Gettos, Gettos von Verlierern. Das ist eine Frage, ob die Politik das möchte, wenn sie einerseits von Integration und Chancengleichheit spricht."


Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 5.6.2010 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsAchtung, hier ist nichts real
Szenenbild aus der 4. Staffel der Netflix-Serie "The Crown", bei dem Tobias Menzies als Prinz Philip und Olivia Colman als Queen Elisabeth II. in der königlichen Loge eines Theaters stehen. (imago images / Alex Bailey /  Netflix / The Hollywood Archive / Cinema Publishers Collection)

Der britische Kulturminister will, dass die Zuschauer von "The Crown" per Warnhinweis darauf hingewiesen werden, dass es sich um Fiktion handelt, berichtet die "SZ". Sonst könne man die Serie "als real fehlinterpretieren".Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur