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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 05.06.2013

"After Earth"

Sciencefiction-Film spielt mit Scientology-Symbolik

Gesehen von Anke Leweke

Will Smith und sein Sohn Jaden Smith bei der Premiere von "After Earth" (picture alliance / Geisler-Fotopress)
Will Smith und sein Sohn Jaden Smith bei der Premiere von "After Earth" (picture alliance / Geisler-Fotopress)

Ist Will Smiths neuer Film "After Earth" eine gut getarnte Propaganda pro Scientology? Eine Botschaft im Film erinnert an das "Auditing" der Sekte. Smith hat sich nie zur Scientology bekannt, erklärte aber der "Mens's Vogue", dass ihn Kollege Tom Cruise in die Lehren eingeführt habe.

Die Natur hat sich Mutter Erde zurückerobert, die Menschen mussten auf einen anderen Planeten evakuiert werden. Will Smith spielt den Oberkommandanten Cypher, der in der Weite des Universums für Recht und Ordnung sorgen muss und darüber seine Familie vernachlässigt. Um seinem Sohn Kitai näher zu kommen, nimmt er diesen mit auf eine Trainingsfahrt. Ihr Raumschiff muss jedoch auf der Erde notlanden, Vater und Sohn sind die einzigen Überlebenden.

Schwerverletzt liegt Cypher im Raumschiff und dirigiert per Funk Kitai zum mehrere 100 Kilometer entferntem abgerissenen Heck. Zunächst ist dieser Film unfreiwillig komisch: Jade und Will Smith spielen ihren Figuren mit der Ernsthaftigkeit von kleinen Jungs, die sich in eine andere Welt und Rollen phantasieren. Wann immer Kitai in eine gefährliche Situation gerät, verzieht er derart das Gesicht, dass man meint, er habe vor Angst in die Hose gemacht.

Doch bald beginnen der Film und seine Botschaft zu nerven. Um die Natur und die bösen Ursas zu besiegen, muss Kitai seine Angst überwinden. Es sind nämlich die Angsthormone, die die blinden, beißwütigen, an Aliens erinnernden Wesen riechen und so ihre Opfer aufspüren. So hört man Cypher mit militärischer Stimme auf seinen Sohn einreden, ein Prediger der Furchtlosigkeit. Kitai muss sich hinknien, durchatmen, zu sich selbst finden. Natürlich erinnert diese Technik - die Überwindung der eigenen Schwächen durch Anleitung eines anderen - auch an das von der Scientology praktizierte "Auditing".

Gleichzeitig ist die Heldenwerdung auch ein gängiges Erzählmuster von Actionfilmen. Greift man auf dieses Motiv jedoch ohne Distanz oder Ironie zurück, kann ein Film sehr schnell reaktionär und wertkonservativ wirken. Schon wünscht man sich in die Zeiten zurück, als Will Smith noch Aliens mit einfachen Kinnhaken das Fürchten lernte.

USA 2013. Regie: M.Night Shyamalan. Darsteller: Jaden Smith, Will Smith. 93 Minuten, ab 12 Jahren.

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