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Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 29.07.2014

AfrikaDrehort Savanne

Wie der Film "Jenseits von Afrika" an Originalschauplätzen gedreht wurde

Von Linda Staude

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Blick über die Landschaft des Massai Mara Nationalparks in Kenia. Auf einem Baum sitzen zwei Geier und beobachten ihre Umgebung auf der Suche nach Nahrung. (dpa)
Die Weite der afrikanischen Savanne - einer der Hauptdarsteller im Filmklassiker "Jenseits von Afrika". (dpa)

Afrika hat eine beeindruckende Landschaft zu bieten und dient daher immer wieder auch als Filmkulisse. Auch "Jenseits von Afrika" ist dort gedreht worden - aber ein bisschen tricksen die Filmemacher dann doch.

“Ich hatte eine Farm in Afrika” – leise und ein bisschen melancholisch, so beginnt Meryl Streep alias Karen Blixen ihre Erinnerungen an Kenia. Die Lebensgeschichte der dänischen Schriftstellerein ist die Vorlage für einen der opulentesten Liebesfilme Hollywoods.

"Ich liebe den Film. Und als er herausgekommen ist, hat er diesen Ort hier weltweit bekannt gemacht."

Rhoda Alange führt durch das ehemalige Farmhaus der Blixen-Kaffeeplantage, heute das Karen-Blixen-Museum. Steinerne Säulen, eine lange Veranda, ein riesiger Park – das Anwesen kennen Fans aus einer der ersten Afrika-Szenen des Films: Karens Ankunft in ihrer neuen Heimat und ihr großer Empfang im Garten. Sabine Griesbach, damals noch ein Teenager, war als Statistin Gast auf der Party. 

Das Farmhaus ist voll mit Requisiten aus dem Film: Fotos vom Set, Meryl Streeps Reithosen und –stiefel, ihre Überseekoffer, die Kuckucksuhr, die die Kinder der Kikuyu-Arbeiter im Film wie auch im richtigen Leben von Karen Blixen so fasziniert. Aber gedreht wurde im Haus nie.

Unvergesslich: Die großartigen Landschaftsaufnahmen 

Rhoda Alange: "Die Flure sind zu schmal für die großen Kameras. Außerdem gab es damals noch keinen Strom im Haus. Also hat das Team ein ähnliches Haus in der Nähe gesucht und die Innenaufnahmen dort gemacht.

Karens Erkrankung an Syphilis, die Trennung von ihrem Ehemann und der Beginn ihrer Liebesgeschichte mit dem Großwildjäger Dennis, der immer wieder Geschichten von ihr erzählt bekommen möchte, spielen dort. Den unvergesslichen ersten Kuss geben die beiden sich aber erst im Norfolk Hotel, auf einer Silvesterfeier.

Genauso unvergesslich: Die großartigen Landschaftsaufnahmen, wenn Dennis gespielt von Robert Redford Karen mit auf Safari nimmt. Die weite afrikanische Savanne ist in Wirklichkeit eine schmale Halbinsel im Lake Naivasha, anderthalb Autostunden von Nairobi entfernt. Josphat ist Tourführer auf Crescent Island. 

Eines ist echt: ihre Liebe zu Afrika

"Sie haben die Insel geliebt, weil sie einmalig ist. Man kann zwischen den Tieren umherlaufen. Dass man Wildtiere findet, ist praktisch garantiert. Deshalb haben sie hier gedreht."

Auf dem halbmondförmigen Stückchen Land grasen Zebras, Gnus und Gazellen. Unter den Akazien liegen Büffel im spärlichen Gras. Ein paar hundert Meter weiter zupfen Giraffen Blätter von den Bäumen.

"Einige Tiere haben sie mitgebracht. Die Gnus und Thompsongazellen. Die sind auch noch hier. Ein paar Großkatzen hatten sie auch, aber die haben sie wieder mitgenommen."

Die Löwen, die Dennis und Karen angreifen, stammen nicht etwa aus einem Wildreservat in Kenia, sondern aus einem kalifornischen Tierpark. Doch trotz aller Illusionen und trotz einiger romantischer Änderungen an Karen Blixens Biographie: Eines ist echt – im Film wie in Wirklichkeit: Ihre Liebe zu Afrika.

"Als sie nach Dänemark zurückgekehrt ist, hat sie ein hölzernes Kästchen mit afrikanischer Erde mitgenommen. Sie wollte, dass diese Erde nach ihrem Tod mit der dänischen Erde ihres Grabes vermischt wird. Und sie wollte nach Kikuyu-Tradition unter einem großen Baum beerdigt werden. Und genau das wurde in Dänemark auch gemacht."

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