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Fazit / Archiv | Beitrag vom 18.01.2018

Abgesagte Ausstellung in Hamburg"Bruce Weber hat uns seine Unschuld beteuert"

Dirk Luckow im Gespräch mit Britta Bürger

Der Fotograf Bruce Weber im Februar 2016 bei der Vanity Fair Oscar Party in Beverly Hills in Kalifornien (imago/Future Image)
Der Fotograf Bruce Weber im Februar 2016 bei der Vanity Fair Oscar Party in Beverly Hills in Kalifornien (imago/Future Image)

Das Hamburger Haus der Photographie wollte eine große Retrospektive des Modefotografen Bruce Weber veranstalten, nun wurde die Ausstellung abgesagt. Intendant Dirk Luckow sagt, die Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe hätten einen "Automatismus" ausgelöst.

Die "New York Times" hat Aussagen männlicher Models veröffentlicht, die Bruce Weber vorwerfen, er sei bei Fotoshootings sexuell übergriffig geworden. Die Fälle sind seit Dezember vergangenen Jahres gerichtskundig. Seitdem weiß auch Dirk Luckow, der Intendant der Hamburger Deichtorhallen, von den Vorwürfen. "Bruce Weber hat uns gegenüber seine Unschuld beteuert, aber wir sind ja nicht dabei gewesen", so Luckow.

Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen, gestikuliert am 10.12.2012 in Hamburg bei der Jahres-Pressekonferenz. (picture alliance / dpa / Axel Heimken)Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen (picture alliance / dpa / Axel Heimken)

Geplant war ursprünglich eine Ausstellung, die unbekannte Facetten von Webers Werk beleuchtet. "Wir wollten den anderen Bruce Weber zeigen, nicht den bekannten aus den 1980er Jahren, den man mit dem muskulösen, sportlichen Männerideal verbindet. Also, wo er bei den Modeshootings an Orten in der ganzen Welt so ein ausgesprochen nuancenreiches fotografisches und auch filmisches Werk erstellt hat, was nun auch deutlich über die Modefotografie hinausgeht und so eine Art Entdeckungsreise über Kultur und Menschen dieser Welt war."

Vorwürfe drängen die Kunst in den Hintergrund

Überlegungen, die Debatte zu einem Teil der Ausstellung zu machen, habe es gegegeben. "Aber wenn so Vorwürfe im Raum stehen, dann können sie nichts machen, das ist ein Automatismus, dann wird die Kunst in den Hintergrund gedrängt", sagte Luckow.

Nun wolle Luckow das Ergebnis der Gerichtsverhandlungen, und auch das der öffentlichen Debatte, abwarten. "Und dann werden wir wieder auf den Künstler, gegebenenfalls, zugehen."

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