"A-ha – the Movie"

    Drei schwermütige norwegische Stinkstiefel

    07:19 Minuten
    Das Foto zeigt die Mitglieder der norwegischen Band A-ha in den 1980er-Jahren.
    Drei, die sich eigentlich nicht grün waren: Pål Waaktaar-Savoy, Magne Furuholmen und Morten Harket von A-ha. © Salzgeber
    Jenni Zylka im Gespräch mit Christine Watty · 13.09.2021
    Audio herunterladen
    Niedliche Posterboys: So kannte man die drei jungen Norweger, die als A-ha in den 1980ern die Popcharts stürmten. Die Kinodoku "A-ha - the Movie" erzählt eine andere Geschichte. Ehrlich wie selten eine Künstlerdokumentation, findet Jenni Zylka.
    "Take on Me", "Hunting High and Low" oder "The Sun Always Shines on T.V." – mit süßlichem Pop und Posterboy-Gesichtern eroberte die norwegische Band A-ha in den 1980er-Jahren die europäischen Charts. Die Geschichte der Band, die bis heute existiert, erzählt jetzt der Kinofilm "A-ha – the Movie" – und zwar so ehrlich wie selten eine Dokumentation über lebende Künstler, findet Kritikerin Jenni Zylka.
    Von der Machart ist der Film eher traditionell: "Wir bekommen die Entwicklung der Band klassisch-chronologisch erzählt. Da gibt es die Freunde aus Osloer Kindertagen, Pål Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen, die versuchsweise durch mehrere Bands und Länder stolpern, bis sie sich als Sänger den Goldjungen Morten Harket an Land ziehen, den Mann mit der magischen Drei-Oktaven-Stimme und diesem Bravo-Starschnittgesicht."
    Mit diesem Posterboy-Image räumt der Film gründlich auf. Statt lächelnder Popstars bekommen wir "schwermütige norwegische Stinkstiefel" zu sehen, die musikalische Querelen hatten, um Urheberrechtsfragen stritten, und die sich auch persönlich nicht grün waren:
    "Man spürt, dass schon das für das Interview auf dem Sofa Nebeneinandersitzen problematisch für die drei ist", so Zylka. "Magnes Ehefrau sagt irgendwann im Off: Die drei brauchen eine Therapie. Persönlich und als Band. Und Magne sagt dann auch später: Freundschaft war nicht die Grundlage von A-ha."
    Die Missgunst oder Hassliebe zwischen den Bandmitgliedern merke man auch daran, dass Pål Waaktaar-Savoy in den Interviews ausschließlich Englisch spricht, "um eben Abstand zwischen sich und die anderen zu bringen", sagt unsere Kritikerin. "Man fragt sich, ob die eigentlich überhaupt keinen Spaß an der Sache hatten, nicht mal am Anfang, als alle Mädchen und Frauen ihnen zu Füßen lagen oder die ganze Welt."
    (uko)

    A-HA – the Movie
    Ein Film von Thomas Robsahm & Aslaug Holm, Norwegen/Deutschland 2021, 108 Minuten, norwegisch-englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
    Kinostart: 14. September 2021

    Mehr zum Thema