Seit 21:30 Uhr Hörspiel

Mittwoch, 20.03.2019
 
Seit 21:30 Uhr Hörspiel

Fazit / Archiv | Beitrag vom 06.09.2018

75. Filmfestspiele Venedig gehen zu Ende"Das Kino war hier Kino"

Anke Leweke im Gespräch mit Gabi Wuttke

Podcast abonnieren
Filmstill: Joaquin Phoenix als Charlie Sisters, einer der Brüder in dem Western "The Sisters Brothers" (Asac - la Biennale di Venezia / Shanna Besson)
"The Sisters Brothers", der Western des Regisseurs Jacques Audiard, hätte gezeigt, dass es ein Bedürfnis gibt nach Liebe, Verständnis und Freundlichkeit gebe, so Kritikerin Anke Leweke. (Asac - la Biennale di Venezia / Shanna Besson)

Die Filmfestspiele in Venedig neigen sich dem Ende zu. Im Rückblick war es für Filmkritikerin Anke Leweke ein gelungenes Festival, bei dem das Kino wieder Kino war - und uns mit seinen Überhöhungen immer wieder auf den Boden der Tatsachen geholt hätte.

"Es war ein Wettbewerb, der gezeigt hat, dass das Kino noch gesellschaftliche Fragen aufwerfen kann, dass sich die Filme in unser menschliches Schlamassel begeben, uns einen Spiegel vorhalten und dabei trotzdem einfach Kinofilme sind. Das Kino war hier Kino. Es hat in seiner Künstlichkeit unsere Wirklichkeit reflektiert und hat uns mit seinen Überhöhungen immer wieder auf den Boden der Tatsachen geholt." So zieht Filmkritikerin Anke Leweke Bilanz vom diesjährigen Wettbewerb. 

Vom Bedürfnis nach Liebe und Verständnis

Aber es war auch ein Fest der Utopien, meint Leweke. Filme wie "Die Nachtigall" der australischen Regisseurin Jennifer Kent, der einzigen Regisseurin im Wettbewerb, aber auch "The Sisters Brothers", der Western des französischen Regisseurs Jacques Audiard, hätten die Annährung zwischen Menschen dargestellt und gezeigt, dass es ein Bedürfnis gibt nach Liebe, Verständnis und Freundlichkeit. 

Die Leinwand als Probebühne

Außerdem sei es ein interessanter Jahrgang für Frauenfiguren gewesen, erklärt Leweke, weil "die Frauenfiguren endlich einmal agieren durften, sich ausprobieren konnten.” Besonders seien es teilweise auch "sehr aggressive Frauen" gewesen, "die überhaupt keine Sympathieträgerinnen waren". Gute Beispiele dafür seien der Horrofilm "Suspiria" des italienischen Regisseurs von Dario Argento und "The Favorite" des Griechen Giorgos Lanthimos. Dabei müssten die üblichen "Zuschreibungen" wie "starke Frauen" allerdings ad acta gelegt werden, so Leweke. 

(kp)

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 12Von Wilmersdorfer Witwen und kämpferischer Kultur
Die legendären "Wilmersdorfer Witwen" im Musical "Linie 1" des Grips-Theaters. (David Baltzer / bildbuehne.de / Grips Theater)

Das Berliner Grips-Theater wird 50 Jahre alt. Ist sein Erfolgsmusical „Linie 1“ noch aktuell? Ein Selbstversuch mit drei Generationen. Außerdem: Lässt sich das Theater in einen von rechtsnationalen Kräften erklärten „Kulturkampf“ verwickeln?Mehr

Folge 11Von Vielfalt und Verstärkung
Ein Darsteller des Musicals "Miss Saigon" mit einem angeklebten kleinen Stirnmikrofon steht am 25.01.2019 in Köln bei einem Fototermin auf der Bühne. (imago / Horst Galuschka)

Wer spricht wie auf deutschen Bühnen? Es gibt zwar immer mehr Schauspieler*innen mit angeklebten Mikrofonen, aber noch zu wenige aus benachteiligten Gruppen. Um Diversity und Mikroports geht es in Folge #11 des Theaterpodcasts.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur