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Studio 9 | Beitrag vom 03.05.2019

69. Deutscher FilmpreisSechs Lolas für "Gundermann"

Von Anna Wollner

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Regisseur Andreas Dresen zeigt sich gerührt auf der Bühne bei der Verleihung des 69. Deutschen Filmpreises "Lola". (picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)
Regisseur Andreas Dresen bekam für seinen Film "Gundermann" bei der Verleihung des 69. Deutschen Filmpreises "Lola" sechs Auszeichnungen. (picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Lola in Gold für den besten Film ging an "Gundermann" von Regisseur Andreas Dresen. Für den emotionalsten Moment beim diesjährigen Deutschen Filmpreis sorgte der Auftritt von Margarethe von Trotta, die den Ehrenpreis der Filmakademie bekam.

Es ist ein Durchmarsch von Andreas Dresen und seinem Film "Gundermann". Zehn Nominierungen hatte das Biopic über den ostdeutschen Liedermacher und Baggerfahrer, sechs Lolas sind es am Ende geworden.

"Ja, ich hätte mich auch gefreut, wenn wir nur die Nominierungen gehabt hätten, weil das schon so viel ist, von den Kollegen für preiswürdig befunden zu werden. Und wenn jetzt natürlich noch Preise oben drauf kommen, ist das ein Riesengeschenk", freute sich Andreas Dresen.

Bestes Szenenbild, bestes Kostüm, bestes Drehbuch, bester Schauspieler, beste Regie und die Lola in Gold für den besten Film gingen an das Herzensprojekt von Dresen. Mit vier Lolas wurde "Styx" von Wolfang Fischer ausgezeichnet.

Susanne Wolff als beste Hauptdarstellerin

Neben der besten Tongestaltung – dem Meer als Hauptdarsteller –, der besten Kamera und der Auszeichnung für Susanne Wolff als beste Hauptdarstellerin ging die Lola in Silber an das packende Seenotdrama. "Der Junge muss an die frische Luft" wurde neben der Auszeichnung als besucherstärkster Film mit der Lola in Bronze und der besten Nebendarstellerin bedacht.

Die ausgezeichnete und hochschwangere Luise Heyer kämpfte kurz nach ihrer Dankesrede noch immer mit den Tränen. "Ich bin überwältigt und hab noch kein richtiges Gefühl dazu. Ich weiß auch gar nicht so richtig, was gerade auf der Bühne passiert ist. Außer, dass ich geweint habe und es nicht wollte."

Standing Ovations für Margarethe von Trotta

Wenn auch ohne Tränen, aber dennoch für den emotionalsten Moment des Abends sorgte der Auftritt von Margarethe von Trotta. Die 77-jährige Regisseurin bekam den Ehrenpreis der Filmakademie und wurde mit minutenlangen Standing Ovations bedacht, hielt sich lange an ihrer Lola fest.

"Naja, die kann man nicht verschenken. Aber da darf mir auch niemand sagen, die muss ich hinstellen. Denn so schnell bekommt man die nicht. Ich hab sie noch nie gehabt, ich hab mal einen Bundesfilmpreis gehabt. Wer weiß, ich bin ja schon recht alt, ob ich da überhaupt noch mal eine Chance hab. Vielleicht wird sie die einzige bleiben, aber sie ist auch so wunderschön, wie sie über die Schärpe hinausguckt, über das Filmband, gerade mal so drüber guckt. So hab ich mich eigentlich auch immer gefühlt."

Viele der Preisträger nutzten ihre Dankesreden für ein politisches Statement und forderten das Publikum auf, bei den Europawahlen Stellung zu beziehen und ihre Stimme abzugeben. Dafür wurden sie von allen mit viel Applaus bedacht.

Hören Sie auch das Interview mit unserer Filmkritikerin Anke Leweke zum Deutschen Filmpreis – und ihre Einschätzung zu den diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinnern der "Lolas":
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